Brandgefahr

US-Behörde ruft eine Million Samsung-Smartphones zurück

Die Akku-Probleme beim Flaggschiff-Smartphone Galaxy Note 7 werden zum Debakel für Samsung. Nun läuft auch in den USA ein Rückruf.

Es sollte Samsungs neues Top-Produkt werden, nun wird es zum Desaster: das Galaxy Note 7.

Es sollte Samsungs neues Top-Produkt werden, nun wird es zum Desaster: das Galaxy Note 7.

Foto: Jannis Mattar / dpa

Washington.  Das Premium-Smartphone Galaxy Note 7 entwickelt sich für Weltmarktführer Samsung immer mehr zum Desaster. Wegen der Brandgefahr fehlerhafter Akkus warnte der Konzern bereits am vergangenen Wochenende davor, das erst vor wenigen Wochen auf den Markt gekommene Vorzeigemodell zu benutzen. „Wir rufen die Nutzer dazu auf, ihr Galaxy Note 7 abzuschalten und es so bald wie möglich auszutauschen“, erklärte der Chef der Smartphone-Sparte Koh Dong Jin. Am Donnerstag rief nun auch die US-Verbraucherschutzebehörde eine CPSC Million Smartphones des Typs zurück.

Zuvor hatten weltweit schon Airlines das Galaxy Note 7 von ihren Flügen verbannt, Rückrufe in Südkorea und China laufen bereits. Samsung arbeite mit Hochdruck daran, die fehlerhaften Geräte austauschen, erklärte der Konzern. Zunächst sollte das mit Vorsprung gegen das iPhone 7 des Erzrivalen Apple gestartete Modell nicht genutzt werden. Die US-Flugaufsicht FAA warnte davor, das Galaxy Note 7 auf Flügen anzuschalten oder zu laden und empfahl zugleich, die Mobiltelefone nicht im Gepäck aufzugeben.

„Kosten des Rückrufs werden astronomisch sein“

„Die Kosten des Rückrufs werden astronomisch sein“, sagte Produkthaftpflichtexperte Jahan Rasty. „Sie müssen die Leute entschädigen, das Problem beheben und ein überarbeitetes Modell ausgeben, das nicht den gleichen Fehler hat.“ Angesichts des Imageschadens beziffern manche Analysten die Einnahmeausfälle unter Berücksichtigung aller mit dem Rückruf verbundenen Kosten auf fast fünf Milliarden Dollar.

Bereits gut zwei Wochen nach dem Verkaufsstart hatte Samsung Anfang September freiwillig eine Rückrufaktion gestartet. Betroffen waren neben den USA unter anderem auch Südkorea, wo bislang die meisten Probleme mit Akkus bekannt geworden waren. Anders als in den beiden Ländern stand Samsung in Deutschland erst kurz vor dem Verkaufsstart. Eine kleine Zahl von vorbestellten und bereits ausgelieferten Geräten sollte einer Firmensprecherin zufolge ebenfalls ausgetauscht werden. Der genaue Umfang des Rückrufs wurde nicht bekannt, weil in verschiedenen Ländern unterschiedliche Akkutypen zum Einsatz kommen.

2,5 Millionen Galaxy Note waren verkauft

Zu dem Zeitpunkt waren weltweit bereits 2,5 Millionen der Smartphones verkauft, die in Deutschland für 849 Euro angeboten werden. Mit dem Modell sollte Apple auf Abstand gehalten werden. Der wichtigste Konkurrent der Koreaner stellte sein iPhone 7 am Mittwoch vor. In Australien soll der Verkauf des Galaxy Note 7 Anfang Oktober wieder anrollen. Wann das Gerät in anderen Ländern wieder angeboten wird, ist bislang unklar. (ba/rtr)