Explosion

Tankstellen-Konzerne empfehlen Verzicht auf Erdgas-Betankung

Nach einer Explosion beim Gas-Tanken raten Tankstellenbetreiber Pächtern davon ab, Gas zu verkaufen. Energieexperten kritisierten das.

Der VW Touran, dessen Gastanks am Mittwoch explodiert waren, wurde wie die Zapfsäule von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Der VW Touran, dessen Gastanks am Mittwoch explodiert waren, wurde wie die Zapfsäule von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Foto: Arne Bänsch / dpa

Hamburg.  Nach Marktführer Aral haben am Mittwoch weitere Tankstellenunternehmen ihren Stationen und Pächtern empfohlen, vorübergehend kein Erdgas mehr zu verkaufen. Shell, Exxonmobil (Esso) und Jet erklärten in ähnlichen Stellungnahmen, dass sie der Sicherheit Vorrang einräumen und deshalb von der Betankung mit Erdgas abraten.

Auslöser ist ein Unfall am vergangenen Freitag im niedersächsischen Duderstadt, bei dem die Gastanks eines VW Touran geborsten waren und der Fahrer schwer verletzt wurde.

In Deutschland stehen rund 900 Zapfsäulen für Erdgas, die zumeist nicht den Konzernen gehören, sondern von regionalen Gasversorgern betrieben werden. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) kritisierte das Vorgehen der Unternehmen als überzogen. Der Unfall betreffe ein Automodell, das vom Hersteller VW zurückgerufen, aber noch nicht umgerüstet war, sagte ein Sprecher in Berlin. Generell gebe es kein Sicherheitsproblem mit Erdgas-Autos.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Unterdessen leitete die Staatsanwaltschaft Göttingen wegen der Explosion beim Betanken des VW Touran ein Strafverfahren ein. „Wir ermitteln gegen Unbekannt wegen der Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Darüber hatte zunächst der NDR berichtet.

Am Freitag war in Duderstadt ein Autofahrer durch umherfliegende Trümmerteile schwer verletzt worden, als es beim Betanken eines VW Touran an einer Erdgaszapfsäule zu einer Explosion kam. „Das Auto und die Zapfsäule wurden beschlagnahmt“, sagte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue.

Gutachter untersuchen Ursache

Gutachter seien beauftragt, die Ursache der Explosion zu ermitteln und zu klären, wer dafür verantwortlich ist. Die Tankstellenkette Aral hat aufgrund der Explosion inzwischen einen Verkaufsstopp von Erdgas empfohlen.

Bei Volkswagen läuft schon seit einiger Zeit eine Rückrufaktion von Erdgasautos. Dabei geht es um den vorsorglichen Tausch von Gasflaschen. Betroffen sind mehr als 35.000 Fahrzeuge der Modelle Caddy, Passat und Touran aus den Jahrgängen 2006 bis 2010. (dpa)