Essen

RWE verkauft mehr Anteile am Zukunftsgeschäft

Essen. Am für Konkurrent Eon so wichtigen Tag des Uniper-Börsengangs hat Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE seine Börsenpläne für die neue Tochtergesellschaft Innogy bekannt gemacht. Während Eon das klassische Kraftwerksgeschäft abgespalten hat, trennt RWE sein Zukunftsgeschäft mit Ökostrom, Vertrieb und Netzen ab. Es soll im Spätherbst an die Börse gehen. RWE hofft, den Anlegern damit das attraktivere Angebot zu machen und viel Geld einzusammeln, das besonders für den Ausbau der erneuerbaren Energien dringend benötigt wird.

Der Börsengang soll jetzt größer ausfallen als bisher bekannt. Zum Start sollen nicht nur neue Aktien im Rahmen einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung verkauft werden. RWE werde weitere Aktien aus dem Bestand anbieten, kündigte RWE-Chef Peter Terium an, ohne die Menge genau zu beziffern. Das Geld aus der Kapitalerhöhung soll Innogy „überwiegend in Wachstumsinvestitionen“ stecken. Dem Mutterkonzern RWE, der die alten Kraftwerke und den Handel fortführt, bleiben dann die Einnahmen aus dem Verkauf von Bestandsaktien. Anders als Eon will RWE die Mehrheit an der Tochter behalten.

Terium erklärte, Innogy profitiere von den drei Megatrends der Energiewende – Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. Jene Trends sind es aber auch, die dem RWE-Altgeschäft mit Kohlegroßkraftwerken zusetzen.