Frankfurt/Main

Kanadische Konzerne formen Dünger-Giganten

Frankfurt/Main. In Kanada formt sich ein neuer Düngemittelgigant: Die Hersteller Potash und Agrium schließen sich zusammen. Das neue Unternehmen hat einen Börsenwert von rund 36 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro), kommt auf einen Jahresumsatz von knapp 21 Milliarden Dollar sowie annähernd 20.000 Beschäftigte. Im vergangenen Sommer war Potash mit seinem Versuch gescheitert, den deutschen Salz- und Düngemittelhersteller K+S für knapp acht Milliarden Euro zu übernehmen. Potash und Agrium dominieren vor allem den nordamerikanischen Markt. Zusammen kontrollieren sie nach Einschätzung von Analyst Greg Colman von der kanadischen National Bank nahezu zwei Drittel der weltweiten Kapazität an Kali, 30 Prozent der Phosphat- und 29 Prozent der Stickstoffkapazität, die zu den wichtigsten Nährstoffen von Pflanzen zählen. Das neue Unternehmen soll von Agrium-Chef Chuck Magro geleitet werden, während Potash-Boss Jochen Tilk die Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden übernehmen soll. Die Fusion soll Mitte 2017 abgeschlossen sein.

Im Agrarmarkt ist bereits viel in Bewegung, bislang vor allem in der Pflanzenschutz- und Saatgutbranche. Der Leverkusener Bayer-Konzern will den US-Saatgutriesen Monsanto für mehr als 65 Milliarden Dollar übernehmen, der chinesische Staatskonzern Chemchina für 43 Milliarden Dollar Syngenta aus der Schweiz. Für die Düngemittelhersteller liefen die Geschäfte zuletzt wenig rosig. Sie spüren die Kaufzurückhaltung der Landwirte angesichts fallender Getreidepreise.