Leverkusen

Bayer-Konzern legt bei Monsanto noch einmal nach

Leverkusener bieten jetzt mehr als 65 Milliarden Dollar

Leverkusen. Es ist ein zähes Ringen zwischen Bayer-Chef Werner Baumann und Monsanto-Boss Hugh Grant. Seit Mai versucht Baumann, den amerikanischen Saatguthersteller zu übernehmen und Bayer zum größten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln der Welt zu machen. Jetzt erhöhten die Leverkusener ihr Angebot für Monsanto zum zweiten Mal: Die Deutschen wollen sich die Amerikaner jetzt mehr als 65 Milliarden Dollar kosten lassen – bisher waren es 64 Milliarden Dollar (57 Milliarden Euro). „Man nähert sich scheibchenweise an“, beschrieb eine mit den Verhandlungen vertraute Person die Lage. Bisher lehnte Grant die gebotene Summe als zu niedrig ab. Immerhin scheint es jetzt so, dass Bayer einen tieferen Blick in die bisher eher verschlossenen Monsanto-Bücher werfen darf.

Gestartet war Bayer im Mai mit einem Angebot von 122 Dollar je Monsanto-Aktie – in bar. Schon zu diesem Preis wäre es die größte Übernahme gewesen, die ein deutsches Unternehmen je getätigt hat. Im Juli stockte der Konzern auf 125 Dollar auf, jetzt bietet er 127,50 Dollar. Die Monsanto-Aktie ist an der Börse derzeit rund 110 Dollar wert. Die neue Offerte gelte „lediglich unter der Voraussetzung einer einvernehmlichen Übernahme“, machte Bayer klar. Am 14. September will der Aufsichtsrat der Leverkusener Insidern zufolge über den Stand der Verhandlungen informieren.

Der weltweite Markt für Agrarchemie wird nur von wenigen Firmen kontrolliert und ist in Bewegung. Der Chemieriese ChemChina übernimmt gerade den Schweizer Saatguthersteller Syngenta für 43 Milliarden Dollar. Die US-Konzerne Dow Chemikal und Dupont wollen fusionieren und sich dann in drei einzelne Spezialkonzerne aufspalten. Und auch BASF wappnet sich für Zukäufe im Pflanzenschutzgeschäft.