Berlin

Mittelstand kämpft um mehr Forschungsgeld

Berlin. Mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer ist in kleineren und mittleren Unternehmen beschäftigt. Kaum bekannt ist, dass der Mittelstand hierzulande von einem weltweit einmaligen Forschungsnetzwerk unterstützt wird. Bestes Beispiel ist die Textilindus­trie, die sich deshalb nach langem Niedergang auf hoch technische Materialien spezialisieren konnte und wieder erfolgreich ist. Über die Mittelstandsförderung gibt es nun Streit: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bringt den Haushaltsentwurf 2017 am Dienstag in den Bundestag und ist aus Sicht der Forscher zu knauserig. Für 2017 ist laut der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF), die die Förderung koordiniert, zwar eine kleine Etatsteigerung um fünf auf 548 Millionen Euro vorgesehen. Das Geld fließt in das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Doch die Summe reicht laut AiF nicht. Hauptgeschäftsführer Thomas Kathöfer spricht von einer Flut von Anträgen, deshalb würden teils auch sehr aussichtsreiche Projekte nicht bewilligt. Nach 2017 könnte laut Schäubles Plan noch weniger Geld fließen.

Die SPD unterstützt die AiF bei der Forderung nach mehr Geld. Sie will, dass der ZIM-Etat künftig deutlich auf 700 Millionen Euro steigt. Auch ein weiteres von der AiF verwaltetes Programm solle statt knapp 140 Millionen 200 Millionen Euro bekommen.