Tengelmann-Übernahme

Rewe-Chef wirft Sigmar Gabriel „abgekartetes Spiel“ vor

Rewe hatte seinem Konzernchef zufolge das erste Angebot für eine Tengelmann-Übernahme abgegeben. Er wirft Gabriel Begünstigung vor.

Der Vorstandsvorsitzende von Rewe, Alain Caparros, sagt, sein Konzern sei von Gabriel benachteiligt worden.

Der Vorstandsvorsitzende von Rewe, Alain Caparros, sagt, sein Konzern sei von Gabriel benachteiligt worden.

Foto: Oliver Berg / dpa

Düsseldorf.  Rewe-Chef Alain Caparros wirft Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) beim geplanten Zusammenschluss von Edeka und Kaiser's Tengelmann ein „abgekartetes Spiel“ vor. Sein Konzern habe als Erster ein verbindliches Angebot für die Tengelmann-Filialen abgegeben. Da er den konkreten Preis der Konkurrenz nicht kannte, habe er seinem Angebot sogar einen Vermerk hinzugefügt, dass Rewe auf jeden Fall den gleichen Preis zahlen würde wie andere Bieter, sagte Caparros dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Bezahlinhalt).

Sein Unternehmen habe alles versucht, um einen Termin bei Gabriel zu bekommen. Rewe habe die Auskunft bekommen, dass niemand während des Verfahrens mit ihm sprechen könne – zu seinem Schutz. Gabriel habe aber die Konkurrenz eingeladen. „Das war offenbar von Anfang an ein abgekartetes Spiel“, kritisierte der Konzernchef.

Ausnahmeregelung wurde von Düsseldorfer Gericht gestoppt

Mit einer Ministererlaubnis hatte Gabriel im März ein Verbot des Zusammenschlusses von Kaiser's Tengelmann durch Deutschlands größten Lebensmittelhändler Edeka durch das Bundeskartellamt ausgehebelt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Ausnahmegenehmigung aber kurz darauf als rechtswidrig gestoppt. Der Senat bemängelte, Gabriel habe in der entscheidenden Phase des Erlaubnisverfahrens mit Edeka und Tengelmann geheime Gespräche geführt. Dadurch habe der Eindruck der Befangenheit entstehen können. Edeka und Wirtschaftsminister Gabriel gehen juristisch gegen die Entscheidung vor. (dpa/aba)