Düsseldorf

Uniper trotz Riesenverlusts optimistisch

Düsseldorf. Die Eon-Kraftwerkstochter Uniper sieht trotz eines Milliardenverlustes im ersten Halbjahr eine „gute Basis“ für den im September geplanten Börsengang. „Unser Marktumfeld ist weiterhin schwierig, es gibt aber einige für uns erfreuliche Entwicklungen“, sagte Konzernchef Klaus Schäfer am Montag. So hätten sich die Großhandelspreise für Strom erkennbar von den dramatischen Tiefständen zu Jahresbeginn erholt. Außerdem seien zwei der wichtigsten Märkte für Uniper – Schweden und Großbritannien – dabei, die gesetzlichen Bedingungen zu verbessern.

Im ersten Halbjahr 2016 hatten milliardenschwere Wertberichtigungen auf Kraftwerke und Gasspeicher tiefe Spuren in der Uniper-Bilanz hinterlassen. Unter dem Strich musste das Unternehmen, das Mitte September an die Börse gehen soll, einen Nettoverlust von 3,9 Milliarden Euro ausweisen.

Der Grund für die Abschreibungen: Angesichts der Diskussionen um Laufzeitverkürzungen für kohlebefeuerte Kraftwerke in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland ist nach Einschätzung des Konzerns nicht mehr gewährleistet, „dass alle Anlagen bis zum Ende ihrer technischen Laufzeit in Betrieb bleiben können“, wie Finanzvorstand Christopher Delbrück sagte. Einen ähnlichen Effekt könne die Einführung einer Kohlesteuer in Frankreich haben. Zusätzlich belasteten ein Großbrand in einem russischen Kraftwerk und der niedrige Rubelkurs das Ergebnis.