Berlin

Müllmenge von Einweg-Getränken nimmt zu

Berlin. Die Abfallmenge aus Getränkeeinwegverpackungen hat stark zugenommen: Seit 2004 immerhin um rund 30 Prozent. Der Verpackungsverbrauch stieg nämlich von knapp 465.000 Tonnen im Jahr 2004 auf 600.300 Tonnen 2014. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Die Regierung beruft sich darin auf Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung. Auch der Anteil der Einwegverpackungen bei Getränken nimmt seit Jahren zu und lag nach Angaben des Bundesumweltministeriums 2014 bei rund 55 Prozent.

Die Bundesregierung schafft es seit Jahren nicht, den Mehrweganteil wie geplant zu erhöhen. Von einer Zielquote, die bisher bei 80 Prozent lag, hat sich das Umweltministerium in einem Entwurf für ein neues Verpackungsgesetz verabschiedet. Verbindliche Mehrwegquoten seien „rechtlich nicht durchsetzbar“, heißt es. Künftig sollen Schilder im Supermarkt anzeigen, ob es sich um Mehrweg- oder Einwegflaschen handelt. Zudem hat sich ein Teil der Hersteller verpflichtet, Einwegverpackungen besser zu kennzeichnen.

In Deutschland klaffe „noch eine große Lücke zwischen politischem Anspruch und Wirklichkeit“, was die Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltigen Konsum angehe, sagte die Grünen-Abgeordnete Bärbel Höhn. Es sei „erschreckend“, dass der Anteil der Getränkeeinwegverpackungen rasant ansteige.