Verhandlungen

Lufthansa und Gewerkschaft der Piloten brechen Gespräche ab

Seit Wochen haben Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit verhandelt. Nun haben sie die Gespräche abgebrochen – ohne Ergebnis.

Im Tarifstreit zwischen Lufthansa und Gewerkschaft geht es um den Fortbestand der Frühpension und um die Konzerntarifverträge von 5000 Piloten.

Im Tarifstreit zwischen Lufthansa und Gewerkschaft geht es um den Fortbestand der Frühpension und um die Konzerntarifverträge von 5000 Piloten.

Foto: KAI PFAFFENBACH / REUTERS

Berlin.  Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben ihre Tarifverhandlungen am Freitagabend ergebnislos abgebrochen. Zuletzt hätte man sich in vielen Punkten angenähert, dann aber in einigen Fragen auch wieder voneinander entfernt, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Lufthansa sei weiterhin davon überzeugt, dass eine Einigung möglich sei und werde alles daran setzen, die Gespräche mit der Vereinigung Cockpit wieder aufzunehmen.

In dem Tarifstreit geht es um den Fortbestand der Frühpension und der Konzerntarifverträge für die 5000 Piloten. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sind diese gut dotierten Arbeitsverträge ein Dorn im Auge, weshalb er den Ausbau der neuen Billigflugtochter Eurowings forciert – ohne Arbeitskräfte mit Konzerntarifvertrag. Aus Sicht der Piloten spielt er damit zwei Konzernteile gegeneinander aus, weshalb Cockpit seit Beginn des Konflikts bereits 13-mal streikte.

Gewerkschaft steht zu ihrem Angebot

Auch Cockpit sah zunächst Annäherung in dem Streit, wie aus einem Dokument der Gewerkschaft, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, hervorgeht. Dann hätten weitere Gespräche aber keinen Sinn mehr ergeben. Die Piloten seien bereit, ihren Teil zur Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa beizutragen, hieß es. Lösungen würden aber dann unmöglich, wenn zu einem Zeitpunkt, an dem beide Seiten fast beieinander seien, der Eindruck entstünde, dass der Gesprächspartner das gemeinsam erarbeitete Verständnis nicht mehr wahrhaben wolle oder sich nicht mehr daran erinnern könne.

Trotz des Abbruchs der Gespräche zwischen Lufthansa und der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) müssen Fluggäste derzeit keine Streiks befürchten. Es habe sich um Vorgespräche und nicht um Tarifverhandlungen gehandelt, sagte ein VC-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Die Gewerkschaft stehe zu ihrem Angebot, Lufthansa mit Zugeständnissen wettbewerbsfähig zu halten. (rtr/dpa)