Konjunktur

Deutsche Wirtschaft verliert nach starkem Start an Schwung

Im zweiten Quartal ist die deutsche Wirtschaft weniger als zu Beginn des Jahres gewachsen. Sorgen bereitet das Experten aber nicht.

Der Hamburger Hafen auf einem Archivbild: Hier herrschte auch im zweiten Quartal 2016 reger Betrieb.

Der Hamburger Hafen auf einem Archivbild: Hier herrschte auch im zweiten Quartal 2016 reger Betrieb.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Wiesbaden.  Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat im Frühjahr an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal gegenüber dem starken ersten Vierteljahr um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Zum Jahresauftakt hatte die Wirtschaftsleistung noch kräftig um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt.

Getragen wurde das Wachstum von April bis Juni nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Export. Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Ausfuhren gegenüber dem Jahresanfang. Die Importe sanken hingegen leicht. Auch die Konsumausgaben der Verbraucher und des Staates stützten die Konjunktur.

Die Kaufkraft vieler Verbraucher ist gut, weil Sparen kaum noch belohnt wird und die gesunkenen Energiepreise die Haushalte zusätzlich entlasten. Löhne und Renten steigen und die Inflation ist niedrig. Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt unverändert gut. Im Juli lag die Zahl der Arbeitslosen auf dem niedrigsten Stand in diesem Monat seit 25 Jahren.

Unternehmen zögern mit Investitionen

Unternehmen investierten im zweiten Quartal hingegen weniger in Ausrüstungen wie Maschinen. Auch die Bauinvestitionen sanken. Der kräftige Jahresauftakt war allerdings auch auf den milden Winter zurückzuführen gewesen. Davon hatte vor allem die Baubranche profitiert, Projekte wurden vorgezogen. Dieser Effekt entfiel nun. Volkswirte hatten mit einer stärkeren Abkühlung von April bis Juni gerechnet. Im Schnitt erwarteten sie ein Wachstums von 0,2 Prozent.

Die Bundesbank erwartete zuletzt, dass die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal wieder an Schwung gewinnt. „Die konjunkturelle Grundtendenz ist aber weiter recht kräftig, und für das Sommerquartal ist wieder mit einem deutlichen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu rechnen“, hieß es im jüngsten Monatsbericht.

Auch im Vorjahresvergleich wuchs die deutsche Wirtschaft: Das preisbereinigte BIP stieg um 3,1 Prozent und damit so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr, kalenderbereinigt ergab sich ein Plus von 1,8 Prozent. (dpa/aba)