Funkfernbedienung

Forscher finden Sicherheitslücke bei Autoschlüsseln

100 Millionen Autos sollen betroffen sein: Forscher weisen erhebliche Sicherheitslücke bei Funkschlüsseln nach – vor allem bei VW.

Bei Funkschlüsseln vieler Autohersteller haben Kriminelle offenbar leichtes Spiel. Forscher haben die Verschlüsselung zahlreicher Fernbedienungen geknackt.

Bei Funkschlüsseln vieler Autohersteller haben Kriminelle offenbar leichtes Spiel. Forscher haben die Verschlüsselung zahlreicher Fernbedienungen geknackt.

Foto: Westend61 / imago/Westend61

Berlin.  Forscher aus Deutschland und Großbritannien haben offenbar erhebliche Sicherheitslücken in Funkschlüsseln von Autoherstellern ausgemacht. Das berichten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Demnach seien vor allem Modelle von Volkswagen und den Töchtern Audi, Seat und Skoda betroffen, weltweit seien es schätzungsweise rund 100 Millionen Fahrzeuge.

Die Wissenschaftler aus Bochum und Birmingham hätten die Verschlüsselung der Funkfernbedienungen demnach mit einem selbstentwickelten Funksender beliebig knacken und reproduzieren können. Insgesamt hätten sie bei 15 Marken die Funktion zur Türöffnung überwinden können. Bei VW betreffe die Sicherheitslüche eine Vielzahl an Modellen ab dem Baujahr 1995.

Sicherheitslücke wegen Design-Fehler bei VW

Der Vorgang, das verschlüsselte Funksignal des Autoschlüssels aufzufangen und zu reproduzieren, dauere nur wenige Sekunden. Kriminelle könnten das Auto mit dem kopierten Passwort per Knopfdruck öffnen, Gegenstände daraus stehlen und das Auto dann wieder verschließen. Für den Besitzer sei dieser Einbruch kaum nachvollziehbar.

Die Sicherheitslücke gehe bei Volkswagen auf einen Design-Fehler zurück. Nach Aussage der Forscher sei das System zur Verschlüsselung im Grunde sicher. Das Problem bestehe darin, dass der Konzern in den vergangenen 21 Jahren nur etwa eine Handvoll unterschiedliche kryptographische Passphrasen in alle seine Schlüssel einprogrammiert habe.

Volkswagen erklärte gegenüber dem Rechercheteam, die Untersuchungen zeigten, „dass die Sicherheitssysteme der bis zu 15 Jahre alten Fahrzeuge nicht das gleiche Sicherheitsniveau aufweisen wie beispielsweise unsere aktuellen Fahrzeuge“. Die „aktuellen Fahrzeuggenerationen“ seien von dem geschilderten Problem „nicht betroffen“. (schrö)