London

Tourismus-Boom in Großbritannien wegen Brexit

Der Brexit hat für die britische Wirtschaft auch positiven Seiten. Weil das Pfund verliert, wird die Insel zum attraktiven Reiseziel.

Blick aus dem Riesenrad London Eye auf die Themse

Blick aus dem Riesenrad London Eye auf die Themse

Foto: Arco Images GmbH

London. Die Talfahrt beim Pfund nach dem Brexit-Votum hat für die britische Wirtschaft auch ihre positiven Seiten. Nach dem Anti-EU-Votum vom 23. Juni hat sich die Zahl der Flugbuchungen auf die Insel bis zum Stichtag 21. Juli zum Vorjahr um 4,3 Prozent erhöht, wie die Reisedatenfirma Forwardkeys am Montag mitteilte.

Insbesondere Touristen aus Übersee – etwa aus Hongkong, USA und Kanada – wählten in diesem Zeitraum das Vereinigte Königreich verstärkt als Reiseziel. Seit dem Referendum ist der Pfundkurs um mehr als zwölf Prozent zum Dollar gefallen. Forwardkeys sieht dies als Hauptgrund für die verstärkten Buchungen, da die Reisenden von dem Währungseffekt profitieren wollten.

Die britische Tourismusbranche setzt zudem darauf, dass Briten nach dem Brexit-Votum verstärkt im eigenen Land Urlaub machen und damit die Wirtschaft bewusst stützen. Die Verbraucher haben dem Kreditkartenanbieter Visa zufolge im Juli trotz des EU-Austrittsvotums auch mehr Geld ausgegeben als vor Jahresfrist.

Die Entwicklung verlaufe aber ohne klaren Trend, teilte Visa mit. Die vergangenen drei Monate zusammengenommen würden darauf hinweisen, dass die Verbraucher bei ihren Ausgaben vorsichtig seien. Andere Daten hatten zuletzt auch den Schluss nahegelegt, dass die Briten nach der historischen Abstimmung auf der Insel zurückhaltender geworden sind.