Frankfurt

Essenslieferdienst Delivery Hero will 2017 an die Börse

Vorstand Östberg sieht den Berliner Anbieter gut aufgestellt

Frankfurt.  Im Kampf um Marktanteile unter den Online-Essenslieferdiensten will das Berliner Unternehmen Delivery Hero den nächsten Schritt wagen. Das Unternehmen bekräftigte nun seine Pläne, demnächst an die Börse zu gehen. Die Einführung von börsennotierten Aktien im kommenden Jahr sei denkbar, sagte Mitgründer und Vorstandschef Niklas Östberg der „Welt am Sonntag“. Entscheidend sei aber, ob der Aktienmarkt die richtigen Rahmenbedingungen biete.

Delivery Hero betreibt die Portale Lieferheld und Pizza.de. Außerdem hat das Unternehmen kürzlich von der Internetgesellschaft Rocket Internet den Restaurantdienstleister Foodora übernommen. Foodora hat sich auf die Lieferung von hochwertigen Gerichten aus Restaurants spezialisiert.

Östberg sieht Delivery Hero für einen Börsengang gut aufgestellt: „Wir haben die Größe und die Gewinnkraft, die man dafür braucht.“ Das Kerngeschäft schreibe schwarze Zahlen, und auch Foodora erfülle die Erwartungen. „Aber wir brauchen frisches Geld, um es in weitere Verbesserungen zu investieren“, sagte er.

Delivery Hero ist bei den jüngsten Finanzierungsrunden im vergangenen Jahr mit knapp drei Milliarden Euro bewertet worden. Das Unternehmen ist in 33 Ländern aktiv. Über die Plattform werden nach Östbergs Angaben mehr als drei Milliarden Euro Umsatz jährlich abgewickelt. Aus der davon erhobenen Gebühr ergebe sich ein Nettoumsatz von „mehr als 300 Millionen Euro“.

Doch der Markt der Essenslieferdienste ist heiß umkämpft. Neben den klassischen Lieferdienst-Plattformen drängen auch neue Start-ups, die sich auf die Lieferung von Speisen aus Restaurants spezialisiert haben, in den Markt. Neben Foodora ist auf dem deutschen Markt auch der britische Lieferdienst Deliveroo stark.

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass das Unternehmen in einer neuen Finanzierungsrunde 275 Millionen Dollar von Investoren bekommen hat. Analysten zufolge wird Deliveroo nun mit einer Milliarde Dollar bewertet. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 1000 Fahrer in sechs Städten, die Essen von etwas mehr als 1600 Restaurants ausliefern. Weltweit ist der britische Lieferdienst in 84 Städten in zwölf Ländern aktiv. Foodora kooperiert in Deutschland mit rund 2000 Restaurants und international mit etwa 7500, in zehn Ländern.