Mailand

Ratingagentur prüft Herabstufung Italiens

Mailand.  Die Ratingagentur DBRS hat angekündigt, Italiens Kreditwürdigkeit herabzustufen. Nun erwägt das Land Einspruch gegen die Pläne. Ein Sprecher von Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte, man sei irritiert von der unerwarteten Entscheidung der Agentur. Sollte Italien eine schlechtere Note bekommen, dürfte dies höhere Finanzierungskosten für die ohnehin schon unter einem Berg an faulen Krediten leidenden Banken des Landes nach sich ziehen. Die Überprüfung durch die DBRS erfolgt nun wegen der politischen Unsicherheit im Zuge des für den Herbst geplanten Referendums zur Reform der italienischen Verfassung, an das Regierungschef Matteo Renzi seine politische Zukunft geknüpft hat. DBRS verwies zudem auf eine schwache Entwicklung der Wirtschaft des Landes und eine hohe Staatsverschuldung.

Zwar ist die kanadische Agentur die kleinste der vier großen – neben Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Aber sie ist eine der vier Bonitätswächterinnen, die die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Frage heranzieht, zu welchen Konditionen sie Anleihen eines Staates im Rahmen ihres Aufkaufprogramms erwirbt. Die DBRS ist die einzige der vier Agenturen, die Italien noch mit einem „A“-Rating führt. Das reicht der EZB, um italienische Anleihen noch zu Topkonditionen aufzukaufen. Eine Herabstufung würde ein „BBB“-Rating bedeuten. Italien hätte dann bei keiner Agentur mehr ein „A“. In der Folge würde sich der Risikoaufschlag beim Anleihenaufkauf erhöhen.