Essen

Eon-Kraftwerkspark offenbar zwei Drittel weniger wert

Essen. Dem Energiekonzern Eon droht im Zuge der Neuausrichtung der dritte milliardenschwere Jahresverlust nacheinander. Das Unternehmen stelle sich darauf ein, nach der Börsennotierung seiner Kraftwerks- und Energiehandelstochter Uniper auf dieses Geschäft erneut hohe Abschreibungen vornehmen zu müssen, hieß es am Donnerstag in Finanzkreisen, die einen Bericht des „Handelsblatts“ bestätigten. Derzeit steht Uniper dem offiziellen Spaltungsbericht zufolge noch mit 15,5 Milliarden Euro in den Büchern.

„Das ist völlig unrealistisch“, zitierte die Zeitung einen Konzernmanager. „Uniper dürfte zwischen vier und maximal 5,5 Milliarden Euro wert sein.“ Analysten äußern ähnliche Schätzungen. Der genaue Preis wird im Laufe des Septembers feststehen, wenn Uniper an die Börse geht. Eon selbst behält zunächst 46,65 Prozent der Anteile, die erst in einiger Zeit veräußert werden sollen. Auf diesen Teil müsste Eon die Abschreibungen vornehmen. Derzeit liegt der Nettobuchwert dieser Anteile bei 7,2 Milliarden Euro, gemessen an aktuellen Analystenschätzungen ist das Paket tatsächlich aber nur zwei bis 2,5 Milliarden Wert. Demzufolge würden sich die Abschreibungen auf fünf Milliarden Euro belaufen. Investoren hat Eon nach eigenen Angaben bereits im Frühjahr auf die Probleme hingewiesen. Ein neuerlicher Verlust würde das Eigenkapital weiter aufzehren und eine Kapitalerhöhung wahrscheinlicher machen.