München

Auftragsbuch bei Siemens so voll wie nie zuvor

München. Siemens hat die Konkurrenz im abgelaufenen Quartal überflügelt und seine Jahresprognose zum zweiten Mal angehoben. Der Industriekonzern profitierte vor allem vom Geschäft mit Energietechnik, bei dem Rivalen wie ABB oder GE zuletzt deutlich schlechter abgeschnitten hatten. „Der jahrelang anhaltende Wachstumsverfall ist gestoppt“, sagte Konzernchef Joe Kaeser am Donnerstag. Zugleich warnte er vor Übermut. Der für wiederkehrende böse Überraschungen berüchtigte Konzern müsse weiter an seiner Geschwindigkeit und Wandelbarkeit arbeiten.

Zuletzt liefen die Geschäfte für Siemens rund. Mit einem Rekordauftragsbestand im Rücken geht Kaeser nun für das Geschäftsjahr 2015/16 (bis Ende September) von einem Jahresüberschuss von bis zu 5,7 Milliarden Euro aus – gut fünf Prozent mehr als bislang erwartet. Im dritten Quartal kletterte der Konzernumsatz binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, der Auftragseingang wuchs um sechs Prozent auf 21,1 Milliarden Euro. Das Orderbuch ist so prall gefüllt wie noch nie. Der Auftragsbestand erreichte ein Rekordniveau von 116 Milliarden Euro.

Gut entwickelten sich etwa die Windkraftsparte sowie die Bereiche Kraftwerks- und Medizintechnik. Lediglich das Geschäft mit Industrieantrieben lahmt. Dort streicht Siemens Tausende Stellen. Der Abbau werde den Konzern im laufenden Quartal 250 bis 300 Millionen Euro kosten.