Berlin

Die Windkraft an Land könnte Rekord knacken

Berlin.  Die Windkraft in Deutschland boomt und könnte den bisherigen Ausbaurekord in diesem Jahr knapp übertreffen. Im ersten Halbjahr 2016 wurden an Land Windräder mit einer Leistung von rund 1900 Megawatt gebaut und damit 73 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der wieder abgebauten Anlagen ist davon sogar schon abgezogen. Fachverbände rechnen mit 4000 bis 4400 Megawatt für das Gesamtjahr. Das zweite Halbjahr soll also noch stärker ausfallen.

Ein wichtiger Grund: In der Branche macht sich allmählich Torschlusspanik breit. Wer seine Genehmigung 2016 erhält und in den kommenden zwei Jahren baut, bekommt für den Strom noch gesetzlich festgelegte Garantiepreise. Die entfallen jedoch größtenteils zum Jahresende durch eine Reform der Bundesregierung. Danach müssen sich die Investoren in Ausschreibungen darum bemühen, zum Zuge zu kommen und kennen die Preise vorher nicht. 2017 werde die Branche deshalb „im Wesentlichen aus den Altgenehmigungen leben“, sagte Matthias Zelinger vom Maschinenbau-Verband VDMA.

Gute Rahmenbedingungen stärkten den Markt zusätzlich: Die Genehmigungsverfahren verliefen einfacher und es hätten ausreichend Flächen für Windräder zur Verfügung gestanden, sagte Zellinger. Den größten Zubau gab es bisher mit 4400 Megawatt 2014. Windenergie deckt inzwischen rund zwölf Prozent des deutschen Stromverbrauchs.