Berlin

Online-Händler Windeln.de schließt Lager Großbeeren

Berlin. Das Geschäft mit Kinderartikeln ist hart umkämpft: Anhaltende Verluste zwingen den Online-Babyartikelhändler Windeln.de rund 18 Monate nach dem Börsengang zu einem Komplettumbau.

Das Shoppingmodell unter dem Namen Nakiki mit Verkaufsaktionen zu günstigeren Preisen und längeren Lieferzeiten werde eingestellt, kündigte das 2010 gegründete Münchener Unternehmen an. Dadurch würden 100 Mitarbeiter entlassen – rund ein Fünftel der Belegschaft in Deutschland.

Um die Kosten weiter zu senken, werde auch das zentrale Lager von Großbeeren in der Nähe von Berlin nach Osteuropa umziehen. Dies sei für die zweite Jahreshälfte 2017 geplant. Zudem will Windeln.de die Zahl seiner Lieferanten auf 290 von zuletzt 750 reduzieren und Prozesse stärker digitalisieren. Dafür wird unter anderem Jürgen Vedie verantwortlich sein, der zuvor als COO für den Online-Tierfutterhändler Zooplus arbeitete.

Seit dem Börsengang im Mai 2015 hat es Windeln.de kein einziges Mal geschafft, den Ausgabepreis von 18,50 Euro zu überspringen. Die im Prime Standard gelistete Aktie gab am Donnerstag um bis zu 4,8 Prozent nach. Mit dem Umbau will das Unternehmen verhindern, dass Investoren Kapital nachschießen müssen. Ohne die Nakiki-Sparte will Windeln.de seinen Umsatz im laufenden Jahr um 25 Prozent steigern. Im ersten Halbjahr waren es noch 35 Prozent.