Volkswagen

VW bleibt trotz Dieselskandal weltgrößter Autobauer

Der Dieselskandal scheint den Verkauf von VW-Wagen nicht zu belasten. Im ersten Halbjahr war der Konzern absatzstärkster Autobauer.

In den USA wie auch auf dem Rest der Welt scheinen sich VW-Autos trotz Dieselskandal gut zu verkaufen.

In den USA wie auch auf dem Rest der Welt scheinen sich VW-Autos trotz Dieselskandal gut zu verkaufen.

Foto: Adam Glanzman / dpa

Frankfurt.  Der Volkswagen-Konzern ist trotz des Abgasskandals um seine Dieselmotoren weltweit der absatzstärkste Autobauer. Das hat eine Schätzungen des Center of Automotive Management (CAM) ergeben. Demnach verkaufte der Konzern bis Ende Juni 5,04 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Japans größter Autohersteller lag mit einem Absatz von 4,99 Millionen Pkw knapp dahinter. Der Abstand zum US-Rivalen General Motors vergrößerte sich unterdessen. GM verringerte seinen Absatz um 1,8 Prozent auf 4,77 Millionen Fahrzeuge. Von VW wird der Konzernabsatz für das erste Halbjahr erst am Mittwoch veröffentlicht.

Mit einer von CAM geschätzten operativen Rendite von 4,8 Prozent nach 6,3 Prozent im Vorjahreszeitraum liegt der Volkswagen-Konzern jedoch weit hinter der Konkurrenz. Besonders die Milliardenkosten des Skandals um die Manipulation von weltweit elf Millionen Diesel-Autos belasten das Unternehmen. Toyota verdiente der Studie zufolge zehn Prozent vom Umsatz vor Steuern und Zinsen (Ebit). General Motors gelang es trotz Absatzminus, die Marge im Vergleich zur ersten Hälfte vergangenen Jahres um anderthalb Prozentpunkte auf 8,3 Prozent anzuheben.

Kalifornische Umweltbehörde sieht Entwicklungen positiv

Die kalifornische Umweltbehörde Carb teilte indes mit, die Pläne für die Umrüstung manipulierter VW-Dieselautos in den USA seien auf einem guten Weg. „Unserer Einschätzung nach können die Fahrzeuge so repariert werden, dass die Emissionen um 80 bis 90 Prozent reduziert werden können“, sagte Behördenchefin Mary Nichols dem „Handelsblatt“.

Das seien keine 100 Prozent, „aber dafür gibt es ja einen Fonds, der die Emissionen kompensiert, und zwar vergangene und künftige“, sagte Nichols. Der von VW zu füllende Umweltfonds ist ein Teil des bis zu 15 Milliarden Dollar schweren Vergleichs mit US-Klägern.

Würden amerikanische Behörden einen Rückruf genehmigen, könnten sich VW-Besitzer in den USA auch für eine Umrüstung ihrer Autos entscheiden, was für den Konzern deutlich billiger würde als der Rückkauf aller betroffenen Wagen. (dpa/Reuters/aba)