Frankfurt

Finanzbranche sieht Frankfurt als Gewinner des Brexit

Frankfurt. Deutsche Banker, Börsianer und Anwälte sehen Frankfurt schon jetzt als den großen Gewinner eines Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. 95 Prozent der 400 befragten Unternehmen und Dienstleister aus der deutschen Finanzbranche glauben, dass die deutsche Bankenmetropole von dem Brexit profitieren wird, wie aus der Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) an der Universität Frankfurt hervorgeht. Chancen sehen sie auch für Paris, das für 69 Prozent Nutznießer eines Bedeutungsverlustes Londons wäre. „Wir werden alles daran setzen, diese Jahrhundertchance für Frankfurt zu nutzen“, sagte Hubertus Väth, Geschäftsführer der Standortinitiative Frankfurt Main Finance.

Die größten Chancen für Frankfurt sehen die Befragten im Handel mit Wertpapieren und in deren Abwicklung. 78 Prozent gehen davon aus, dass Frankfurt hierbei an Bedeutung gewinnen werde. Nach einem Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der Londoner LSE wäre zu erwarten, dass große Teile des Euro-Clearings von London nach Frankfurt wandern dürften – ohne den Zusammenschluss dagegen voraussichtlich nach Paris.

57 Prozent gehen davon aus, dass die EU-Bankenregulierungsbehörde EBA, die dann aus London wegziehen muss, in Frankfurt angesiedelt wird. Dort ist die Bankenaufsicht für die Euro-Zone unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) beheimatet.