Frankfurt/Main

Lufthansa rechnet mit Einbußen wegen Terrorangst

Frankfurt/Main. Die jüngste Serie von Anschlägen in Europa macht der Lufthansa einen Strich durch die Gewinnprognose. „Was uns derzeit fehlt, sind langfristige Buchungen von Interkontinentalflügen, beispielsweise von Reisegruppen aus Asien“, sagte ein Sprecher. Die hätten üblicherweise ihre Europareise weit im Voraus geplant und gekauft, machten sich nun aber rar.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte Anfang des Monats noch die Hoffnung geäußert, dass die Touristen aus Übersee kurzfristig doch noch die Lufthansa buchen und dann mehr für die Flüge zahlen würden. Aber es kam anders: „Eine vollständige Aufholentwicklung hält der Vorstand aus heutiger Sicht für nicht mehr wahrscheinlich“, heißt es nun.

Der Konzern verabschiedet sich von dem Ziel, den Vorjahres-Betriebsgewinn von 1,8 Milliarden Euro in diesem Jahr zu toppen. Stattdessen dürfte es weniger werden, teilte die Lufthansa mit, ohne eine Zahl zu nennen. Die Analysten von Credit Suisse rechnen mit einem Gewinnrückgang auf 1,5 Milliarden Euro. Anleger ergriffen die Flucht: Die Aktie des größten europäischen Airline-Konzerns brach um acht Prozent ein.

Noch vorsichtiger ist Easyjet: Die britische Billigfluglinie wagt angesichts wachsender Sicherheitsbedenken und dem Brexit-Votum gar keinen Ausblick für das Jahr. Chefin Carolyn McCall sagte, Easyjet agiere in dem schwierigsten Umfeld, seit sie 2010 die Konzernspitze übernommen habe.