Stuttgart

Insolvenzverwalter verklagt Lieferanten von Schlecker

Stuttgart. Der Insolvenzverwalter der ehemaligen Drogeriemarktkette Schlecker will weitere frühere Lieferanten in die Pflicht nehmen. Wegen illegaler Preisabsprachen verklagt er die Handelspartner auf Schadenersatz von insgesamt knapp 182 Millionen Euro. Am Landgericht Frankfurt sei bereits in der vorigen Woche Klage gegen das Drogerieartikelkartell eingereicht worden, bestätigte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Mittwoch.

Die neueste Klage von Verwalter Arndt Geiwitz richtet sich gegen den Nivea-Hersteller Beiersdorf, Glaxo-Smith-Kline, den Schuhcremeproduzenten Erdal, den Rasierklingenhersteller Gillette, die Kosmetikfirma L’Oréal, den Parfümhersteller Coty sowie erneut Procter & Gamble. Jahrelang soll die frühere Drogeriemarktkette Schlecker zu viel für deren Produkte bezahlt haben. Die Konsumgüterhersteller sollen sich in mehreren Fällen abgesprochen haben.

Der Schaden beläuft sich nach Angaben der Insolvenzverwaltung auf mehr als 300 Millionen Euro. Bei einem Erfolg vor Gericht könnten etwa ehemalige Schlecker-Mitarbeiter und Vermieter auf Geld hoffen. Die ersten Klagen etwa gegen Tchibo und Melitta waren bereits im Juni beim Landgericht Stuttgart eingereicht worden. Weitere Klagen gegen Süßwarenkartelle und ein Zuckerkartell sollen im Herbst und Winter folgen. Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Etwa 25.000 Menschen verloren ihren Job.