Berlin

Verbraucherschützer greifen bei „Pokémon Go“ ein

Berlin. Verbraucherschützer haben den US-Entwickler des weltweit erfolgreichen Smartphonespiels „Pokémon Go“ wegen mangelnden Datenschutzes abgemahnt. Insgesamt würden 15 Klauseln aus den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen beanstandet, teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin mit. Gebe der Entwickler Niantic Labs keine Unterlassungserklärung ab, drohe ein Klageverfahren.

Die App „Pokémon Go“, die der japanische Konsolenhersteller Nintendo vertreibt, verlangt dem Verband zufolge vom Spieler personenbezogene Daten, die ein anonymes Nutzen praktisch unmöglich machten. Zugleich sei zu befürchten, dass die Daten an Dritte weitergegeben werden könnten. Auch sei es nicht möglich, einen einmal mit dem Spieler geschlossenen Vertrag zu ändern oder Dienste einzustellen. Zudem müssten sich Nutzer zwingend entweder über ein Google-Konto oder im sogenannten Pokémon Trainer Club anmelden und dabei Daten wie die E-Mail-Adresse angeben und auch die Standortdatenfunktion ihres Mobilgeräts freigeben.

Das Spiel „Pokémon Go“ beschert Nintendo derzeit einen unerwarteten Erfolg. Trotz des Aktieneinbruchs am Mittwoch, weil das Spiel in Japan später als erwartet startete, ist der Kurswert des Unternehmens seit Debüt des Spiels in den Vereinigten Staaten um 86 Prozent geklettert. Das Smartphonespiel wechselt zwischen der echten und der virtuellen Welt. Der Spieler muss dabei verschiedene Arten von Fantasiewesen einfangen, die aus den Nintendo-Videospielen bekannt sind und sich in der echten Welt verstecken.