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Erste Tochterfirma pleite: Reise-Imperium Unister zerfällt

Urlaubstours meldet Insolvenz an, ersten Informationen zufolge folgen weitere Töchter von Unister. Gebuchte Reisen sind aber gesichert.

Ab-in-den-urlaub.de: Eines der vielen Portale, die zum Unister-Konzern gehören. Ab-in-den-urlaub ist nicht pleite und die Kunden wären auch dann abgesichert. Aber das Imperium von Unister wackelt.

Ab-in-den-urlaub.de: Eines der vielen Portale, die zum Unister-Konzern gehören. Ab-in-den-urlaub ist nicht pleite und die Kunden wären auch dann abgesichert. Aber das Imperium von Unister wackelt.

Foto: imago stock&people / imago/Rüdiger Wölk

Berlin.  Nach dem Tod des Chefs und dem Insolvenzantrag der Dachgesellschaft bröckelt das Firmenreich des Leipziger Internetunternehmens Unister. Am Dienstag meldete die Tochter Urlaubstours Insolvenz an, die Firmen U-Dealz und Unister GmbH folgten nach zunächst unbestätigten Informationen am Mittwoch. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flö­ther schloss weitere Folgeinsolvenzen nicht aus. Aktuelle Informationen gibt Unister auf seiner Homepage im Netz.

Die Unister Holding hatte am Montag Insolvenz angemeldet, nachdem sich die Eigentümer nicht auf einen neuen Geschäftsführer einigen konnten. Auch ist die Finanzlage des Unternehmens sehr angespannt. Seither führt Flöther die Geschäfte. Unister ist mit seinen diversen Angeboten wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de insgesamt größtes Online-Reiseportal in Deutschland.

Geschäft läuft weiter – Insolvenzverwalter verspricht Kunden Sicherheit

Das Geschäftsmodell war zuletzt stark auf Gründer und Firmenchef Thomas Wagner zugeschnitten, der vergangenen Donnerstag beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Slowenien starb. Wagner, Mitgründer Oliver Schilling und zwei weitere Personen waren auf dem Weg von Venedig nach Leipzig. Auch die drei Mitreisenden starben. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt. Wagner war nach Angaben des Unternehmens zu Investorengesprächen in Venedig.

Von der Insolvenz der Unister Holding sind 100 der insgesamt 1100 Konzernmitarbeiter betroffen. Die meisten Internetportale wie fluege.de oder ab-in-den-urlaub.de vermitteln, das bedeutet, der Kunde bucht eine Reise direkt beim Veranstalter, das Portal erhält eine Provision. Flöther versicherte, „dass alle Buchungen über die Reiseportale von Unister sicher sind“. Das Geschäft läuft derzeit unverändert weiter.

Bei Urlaubstours hilft eine Versicherung den Kunden weiter

Anders sieht es bei urlaubstours.de aus. Die Unister-Tochter ist selbst Reiseveranstalter. Neue Buchungen sind nach Angaben des Insolvenzverwalters bis auf Weiteres nicht möglich. Wer bereits eine Reise gebucht hat, kann sie auch antreten. Der Kundengeldabsicherer Generali Versicherung springt entsprechend ein. Weitere Fragen sollte die Kundenbetreuung von Urlaubstours beantworten, die Servicenummer war am Mittwoch dauerhaft besetzt.

Flöther sucht jetzt nach einem Investor für Unister. Offenbar gibt es reichlich Interessenten. Der „Wirtschaftswoche“ sagte er, es habe sich bereits in den ersten 24 Stunden eine hohe zweistellige Anzahl von Interessenten gemeldet.