Börse

„Pokémon Go“-Erfolg verdoppelt den Marktwert von Nintendo

Der Hype um „Pokémon Go“ treibt die Aktie von Nintendo weiter in die Höhe. Der Wert des Unternehmens stieg auf 36 Milliarden Euro.

Eine „Pokémon Go“-Spielerin in Hannover. Die Nintendo-Aktie hat in den vergangenen Jahren rasant an Wert gewonnen.

Eine „Pokémon Go“-Spielerin in Hannover. Die Nintendo-Aktie hat in den vergangenen Jahren rasant an Wert gewonnen.

Foto: Peter Steffen / dpa

Tokio.  Die weltweite Begeisterung für das Handyspiel „Pokémon Go“ beschert der Nintendo-Aktie einen anhaltenden Höhenflug. Das Papier legte am Dienstag um weitere 14 Prozent zu. Damit hat sich der Marktwert des japanischen Konzerns an der Tokioter Börse in den vergangenen sieben Handelstagen auf umgerechnet etwa 36 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Dies entspricht dem zweifachen Wert der Deutschen Bank. An- und Verkäufe von Nintendo-Anteilsscheinen machten am Dienstag ein Viertel des Gesamthandels in Tokio aus. „Ich habe noch nie erlebt, dass die Aktien eines Großkonzerns so eine Trendwende in so kurzer Zeit vollzogen haben“, sagte Analyst Takashi Oba vom Finanzberater Okasan Securities.

Start in Japan am Mittwoch

Seit dem 6. Juli ist „Pokémon Go“ in den USA kostenlos erhältlich. Es ist der erste Ausflug des „Wii“- und „DS“-Konsolenanbieters ins Geschäft mit Smartphone-Spielen. Inzwischen ist es in 35 Ländern verfügbar, darunter auch Deutschland. In Japan sollte es am Mittwoch an den Start gehen.

Der Erfolg des Spiels überraschte selbst Branchenkenner. „Pokémon Go“ wechselt zwischen der echten und der virtuellen Welt. Der Spieler muss verschiedene Arten von Fantasietieren einfangen. Der ADAC warnte bereits vor Unfällen im Straßenverkehr, weil Spieler nur auf ihr Handy schauten und nicht auf ihre Umgebung achteten.

Analysten rechnen damit, dass Nintendo den Erfolg von „Pokémon Go“ in bare Münze umwandeln kann. Verkäufe im Zusammenhang mit dem Spiel beispielsweise durch zahlungspflichtige Erweiterungen dürften den Nintendo-Gewinn um mehr als 400 Millionen Euro anschieben, prognostizierte ein japanischer Fondsmanager, der seinen Namen nicht nennen wollte. (rtr)