London

Trotz Brexit: Japans Softbank kauft britische Chipfirma

London. Weniger als einen Monat nach dem Brexit-Votum bahnt sich in Großbritannien eine der größten Übernahmen in der europäischen Hightechbranche an. Der japanische Telekommunikationskonzern Softbank kündigte am Montag an, den Chipentwickler ARM Holdings aus Cambridge für umgerechnet 29 Milliarden Euro zu kaufen. ARM selbst empfahl seinen Aktionären die Annahme der Offerte. Die Zahl der Stellen soll trotz einer erwarteten Rezession in den kommenden fünf Jahren verdoppelt werden. Die Regierung in London wertete die Übernahme als Vertrauensbeweis. „Nur drei Wochen nach dem Referendum zeigt sich, dass Großbritannien bei internationalen Investoren nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat“, sagte der neue britische Finanzminister Philip Hammond. Auch Premierministerin Theresa May wertete den Deal als Beleg, dass die britische Wirtschaft auch nach dem Referendum erfolgreich sein kann.

Nach dem Votum der britischen Wähler für einen Austritt aus der EU sind Befürchtungen aufgekommen, dass Großbritannien als Wirtschaftsstandort stark leiden könnte. Einige Volkswirte sagen eine Rezession voraus. Banken haben damit gedroht, Stellen aus London zu verlagern, falls das Land seine Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum verliert. „Ich bin das Gegenstück dazu“, sagte Softbank-Gründer Masayoshi Son. „Ich glaube ganz fest an Großbritannien.“