Abgas-Skandal

VW bei 3-Liter-Dieselmotoren in Amerika stark unter Druck

Kaliforniens Umweltamt weist den Rückrufplan von VW für manipulierte Drei-Liter-Motoren zurück. Wieder muss der Konzern nacharbeiten.

Die kalifornische Umweltbehörde Carb hat einen von Volkswagen vorgelegten Rückruf-Plan zur Beilegung des Abgasskandals abgelehnt.

Die kalifornische Umweltbehörde Carb hat einen von Volkswagen vorgelegten Rückruf-Plan zur Beilegung des Abgasskandals abgelehnt.

Foto: Arno Burgi / dpa

Washington.  Wird der Abgas-Betrugsskandal für VW in Amerika noch teurer? Am 25. August wird der sich zuständige Richter Charles Breyer in San Francisco mit Volkswagens zweitem Diesel-Problem beschäftigen. Nicht nur knapp 500.000 Zwei-Liter-Autos, auch mehrere Tausend 3-Liter-Dieselmotoren, die in teuren Audi A 6 - 8, Porsche Cayennes und VW-Touaregs für Antrieb sorgen, sind nach Auffassung der US-Behörden in betrügerischer Absicht bei der Abgas-Bilanz manipuliert.

Die Hoffnungen auf eine gütliche Einigung rechtzeitig zum Anhörungstermin haben sich am Donnerstag zerschlagen. Kaliforniens gestrenges Umweltamt Carb hat den Reparaturplan der drei zum VW-Konzern gehörenden Marken für knapp 16.000 im Westküsten-Bundesstaat zugelassene Oberklassen-Wagen als komplett unzureichend zurückgewiesen.

Muss VW die teureren Wagen zurückkaufen?

In Briefen an die Autohersteller lassen die Ingenieure von Carb-Chefin Mary Nichols, die seit Beginn der Affäre im vergangenen September als besonders unnachgiebige VW-Kritikerin aufgetreten ist, kein gutes Haar an den VW-Verantwortlichen. Die eingereichten Konzepte seien „unvollständig, unzureichend und weit davon entfernt, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen“. Auch die 3-Liter-Dieselmaschinen stoßen laut Carb 40 Mal mehr Stickstoff aus als nach den strengen kalifornischen Umweltgesetzen erlaubt ist.

Wie aus Kreisen der in Sacramento ansässigen Umweltbehörde zu hören ist, wird damit der Druck auf VW, auch die betroffenen 3-Liter-Autos zurückzukaufen, „immer größer“. Für den Wolfsburger Konzern würde sich die Schadenssumme erheblich erhöhen.

Bis zu 10.000 Euro Schmerzensgeld für jeden US-Kunden

Allein die Entschädigungen – unter anderem bis zu 10.000 Dollar „Schmerzensgeld“ für jeden einzelnen Kunden – bei den 500.000 Zwei-Liter-Autos belaufen sich nach einem kürzlich im Grundsatz festgezurrten Vergleich auf 15 Milliarden Dollar.

In Kalifornien sind 16.000 Autos von der neuen Lage betroffen, in ganz Amerika fahren 85.000 3-Liter-Diesel, die zu viel Stickstoff ausstoßen. VW kündigte an, weiter mit den US-Umweltbehörden an einer Lösung zu arbeiten.