Unfälle

Tesla-Chef Musk nach Todesfall: „Autopilot“ nicht unfertig

Anfang Mai starb ein Tesla-Fahrer durch einen Fehler des Autopiloten, die Firma ist unter Druck. Nun hat sich Tesla-Chef Musk geäußert.

Kunden als Versuchskaninchen? Tesla-Chef Elon Musk ist unter Druck geraten, nachdem Anfang Mai in den USA ein Tesla-Fahrer durch einen Systemfehler ums Leben kam.

Kunden als Versuchskaninchen? Tesla-Chef Elon Musk ist unter Druck geraten, nachdem Anfang Mai in den USA ein Tesla-Fahrer durch einen Systemfehler ums Leben kam.

Foto: Jerome Favre / dpa

Palo Alto.  Tesla-Chef Elon Musk hat das Fahrassistenz-System „Autopilot“ seiner Elektroautos nach dem ersten tödlichen Crash verteidigt. Es sei keine unfertige Technik, obwohl sie mit der Bezeichnung „Beta“ eingeführt worden sei, schreibt er bei Twitter. Tesla meine damit jedes System, das weniger als eine Milliarde Meilen (1,6 Milliarden Kilometer) unter echten Straßenbedingungen gefahren sei.

Man habe auch zu dem Wort gegriffen, damit Fahrer es sich nicht zu bequem am Steuer machten, erläuterte Musk weiter. „Es ist nicht Beta-Software im üblichen Sinn.“ Musk reagierte damit auf die Zweifel des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) an der Technologie unter Hinweis auf die „Beta“-Markierung. So wird in der Tech-Branche meist noch nicht endgültig fertige Software genannt, die durch Tests besser werden soll.

Niederlande haben Autopiloten schon zugelassen

„Wenn mit der Bezeichnung „Beta-Version“ ein „unfertiger" Stand der Software gemeint ist, würde das KBA eine Funktionalität mit einer derartigen Software nicht genehmigen“, hatte ein Sprecher des Flensburger Amtes der „Welt am Sonntag“ gesagt. Die Teslas wurden für Europa in den Niederlanden zugelassen, wo Tesla ein Montagewerk hat.

Das „Autopilot“-System sei mit der Bezeichnung „Beta“ versehen worden, „um für die, die sich entscheiden, es zu nutzen, zu betonen, dass es nicht perfekt ist“, schrieb Musk weiter. Bevor eine Milliarde Meilen gefahren seien, „sind einfach nicht genug Daten da“. Nach Angaben von Tesla waren zum Zeitpunkt des Todesfalls Anfang Mai rund 130 Millionen Meilen (gut 200 Millionen Kilometer) mit dem System gefahren worden. (dpa)