Frankfurt/MAIN

Dax-Vorstände verdienen 50-mal so viel wie Angestellte

Frankfurt/MAIN. In Deutschlands Topkonzernen ist das Gehaltsgefälle nach wie vor groß: Vorstände kassieren einer Studie zufolge im Schnitt 50-mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter eines Dax-Konzerns. Immerhin schloss sich die Schere zwischen Vorstandsgehältern und normalen Arbeitseinkommen erstmals seit Jahren leicht, wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Experten der Technischen Universität München am Donnerstag erklärten. Während die Vergütung für die Führungskräfte der 30 Dax-Unternehmen 2015 zum Vorjahr im Schnitt um 1,8 Prozent auf gut 3,3 Millionen Euro sank, stiegen die Bruttolöhne in Deutschland um vier Prozent.

Die variable Barvergütung der Vorstände, die vor allem an die Gewinnentwicklung der Konzerne gekoppelt ist, sank im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf gut 1,5 Millionen Euro. „Das ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass die variable Vergütung tatsächlich von der Leistung abhängt“, sagte der Wissenschaftler Gunther Friedl. Gestoppt scheine auch der Trend, dass die Firmen als Ausgleich für sinkende Boni bei den Festgehältern eine Schippe drauflegten.

Von den Dax-Vorstandschefs kam nach dem Ausscheiden von VW-Boss Winterkorn keiner mehr auf einen zweistelligen Millionenbetrag für das abgelaufene Geschäftsjahr. Spitzenverdiener ist nach der DSW-Rangliste Daimler-Chef Zetsche mit einer Gesamtvergütung von gut 8,5 Millionen Euro.