Mülheim/Ruhr

Tengelmann macht Druck bei Supermarkt-Fusion

Mülheim/Ruhr. Bei den Tarifverhandlungen für die 15.000 Beschäftigten der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann dringt Tengelmann-Chef Karl-Eri­van Haub auf eine rasche Einigung. Andernfalls könnte die geplante Fusion mit dem Marktführer Edeka scheitern. „Es muss zu einer Klärung kommen“, forderte Haub. „Ende Juli ist eine Deadline, an der ich wissen will, ob es vorangeht.“

Indirekt drohte er erneut mit einem Aus für die Kette: Ohne eine Einigung gebe es „verschiedene Möglichkeiten, aber keine sympathischen“. Haub sei aber optimistisch, dass „die notwendigen Tarifverträge bis Ende des Monats vorliegen können“. Er will sich am 13. Juli über den Stand berichten lassen. „Irgendwann ist Schluss“, fügte er hinzu. Die Umsätze bei Kaiser’s Tengelmann schrumpften, die Kette schreibe rote Zahlen: „Die Verluste sind bitter.“

Edeka und Haub hatten die Fusionspläne vor 21 Monaten besiegelt. Die Umsetzung dauert an. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzte im März das Veto des Kartellamts unter Auflagen außer Kraft. Er forderte rechtssichere Tarifverträge, die über fünf Jahre betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. Darüber verhandelt Edeka seit vier Monaten mit den Arbeitnehmern. In Nordrhein-Westfalen waren die jüngsten Verhandlungstermine geplatzt.