Berlin

Abgas-Skandal: Branche verspricht mehr Transparenz

Berlin. Die Autobauer versprechen nach den Unregelmäßigkeiten bei Dieselabgasen mehr Offenheit gegenüber den Zulassungsbehörden. „Die Hersteller bieten an, ihre Softwarekonzepte für die Abgasnachbehandlung den Genehmigungsbehörden zugänglich zu machen“, sagte der Chef des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, am Montag. Abschalteinrichtungen blieben damit künftig nicht mehr unentdeckt.

Hintergrund ist der im April verkündete Rückruf Hunderttausender Dieselfahrzeuge in Europa, bei denen auffällig hohe Abgaswerte festgestellt wurden. Mehrere Autobauer haben dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge zwar keine illegale Software eingesetzt, aber eine Lücke im EU-Recht genutzt. Sie beriefen sich auf sogenannte Thermofenster – eine Steuerung, die bei niedrigen Temperaturen die Abgasreinigung herunterfährt, damit der Motor keinen Schaden nimmt. Wissmann zeigte sich überzeugt, dass die Hersteller in der Lage seien, mit moderner Technologie anspruchsvolle Abgasgrenzwerte einzuhalten.

Die Zahl neu zugelassener Autos in Deutschland ist im ersten Halbjahr stark gestiegen. Bis Ende Juni kamen sieben Prozent mehr Neuwagen auf die Straße als im Vorjahreszeitraum, insgesamt 1,73 Millionen. Allein im Juni wurden laut VDA 340.000 Autos zugelassen – acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Hersteller produzierten im ersten Halbjahr im Inland mehr als drei Millionen Autos, ein Plus von vier Prozent.