Arbeitsministerium

Berlin ist bundesweit Hauptstadt der Hartz-IV-Aufstocker

Bundesweit können etwa 1,2 Millionen Menschen nicht von ihrem Gehalt leben. Sie müssen daher aufstocken, vor allem in der Hauptstadt.

Laut Bundesarbeitsministerium mussten etwa 53.000 Lagerarbeiter und Paketzusteller trotz einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Geld beim Jobcenter beantragen.

Laut Bundesarbeitsministerium mussten etwa 53.000 Lagerarbeiter und Paketzusteller trotz einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Geld beim Jobcenter beantragen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Berlin.  In Berlin, Hamburg, der Region Hannover und in Köln leben Medienberichten zufolge bundesweit die meisten Hartz-IV-Aufstocker. Allein in Berlin können demnach 60.621 Menschen nicht allein von ihrem Gehalt leben, sondern müssen sogenannte aufstockende Hartz-IV-Leistungen in Anspruch nehmen, wie die „WirtschaftsWoche“ und das ZDF-Magazin Frontal21 unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag berichten.

In einigen Branchen ist das Risiko größer, nicht vom eigentlichen Gehalt leben zu können. Das betrifft den Daten des Ministeriums zufolge besonders Reinigungskräfte, Lagerarbeiter und Paketzusteller.

Etwa 1,2 Millionen Deutsche können nicht von ihrem Gehalt leben

In Hamburg beziehen demnach 18.797 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Hartz-IV-Leistungen, gefolgt von der Region Hannover (11.915), Köln (10.233), Leipzig (8.212), Frankfurt am Main (8.093), München (7.948), Bremen (6.713), Dortmund (6.529) und Dresden (5.955).

Bundesweit beziehen laut Bundesagentur für Arbeit rund 1,2 Millionen Menschen sogenannte Aufstockerleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, darunter 591.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. „Wir subventionieren mit unseren Steuermitteln Unternehmen, die nicht bereit sind, ihre Leute vernünftig zu bezahlen“, unterstrich die Linken-Angeordnete Jutta Krellmann. (epd)