Mobilität

Die Prämie für E-Autos startet – So bekommt man den Zuschuss

Die Kaufprämie für Elektroautos tritt am Samstag in Kraft. Anträge für den Zuschuss von bis zu 4000 Euro können online gestellt werden.

Ein Elektroauto beim „Tanken“: Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen bald viel mehr Fahrzeuge mit E-Antrieb auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.

Ein Elektroauto beim „Tanken“: Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen bald viel mehr Fahrzeuge mit E-Antrieb auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.

Foto: imago stock&people / imago/Jan Huebner

Berlin.  Geht es nach der Bundesregierung und der Autoindustrie, sollen Elektroautos bald deutlich öfter auf den Straßen zu sehen sein. Nach langer Diskussion tritt an diesem Samstag die Kaufprämie für E-Autos in Kraft. Ab sofort können Käufer oder Leasingnehmer von neuen, erstmals zugelassenen Wagen online den Antrag für den sogenannten Umweltbonus stellen. Dazu berechtigt sind Privatpersonen, Firmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, wobei nach Einschätzung von Experten wohl hauptsächlich Firmen das Angebot nutzen werden, um ihre E-Auto-Flotte auszubauen.

1,2 Milliarden Euro stehen für die Prämie insgesamt zur Verfügung. Die Bundesregierung will mit der Förderung dafür sorgen, dass sich Elektroautos schneller auf dem Markt verbreiten. Die Prämie gilt rückwirkend vom 18. Mai dieses Jahres an. Wer also seit diesem Datum einen Kauf- oder Leasingvertrag unterschrieben hat und das Auto mindestens neun Monate behalten wird, kann den Zuschuss beantragen.

Antrag kann nur online gestellt werden

Besitzer von rein elektrisch betriebenen Autos erhalten einen Umweltbonus in Höhe von 4000 Euro, für Hybridautos, die per Stecker aufgeladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, gibt es 3000 Euro. Der Zuschuss wird je zur Hälfte von der Bundesregierung und zu Hälfte vom Hersteller finanziert. Das E-Auto darf als Basismodell jedoch nicht mehr als 60.000 Euro gekostet haben. Um zu verhindern, dass Hersteller die Preise erhöhen, gelten die Netto-Listenpreise zum 31. Dezember 2015.

Der Antrag kann ausschließlich elektronisch über ein Portal des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) gestellt werden. Antragsteller müssen zunächst über das Internetportal das Geld beantragen und dazu den Kauf- oder Leasingvertrag hochladen. Anschließend erhalten sie vom Bafa einen Zuwendungsbescheid, der die Aufforderung erhält, Kopien des Kfz-Scheins, des Kfz-Briefs sowie der Rechnung in dem Portal hochzuladen. Ist das geschehen, wird der Antrag geprüft und anschließend der Zuschuss ausgezahlt. Achtung: Um den Bonus zu bekommen, muss auf der Rechnung stehen, dass der Hersteller eine Prämie in gleicher Höhe schon vom Nettokaufpreis abgezogen hat.

Viele E-Autos trotz Prämie teurer als Beziner

Wer sich schnell für die Kaufprämie anmeldet, ist im Vorteil. Denn sind die Fördermittel aufgebraucht, endet auch das Angebot. Höchstens jedoch bis zum 30. Juni 2019 soll der Umweltbonus nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ausgezahlt werden. Weitere Informationen zu der Kaufprämie gibt es auf der Internetseite www.bafa.de unter den Menüpunkten Wirtschaftsförderung und Elektromobilität. Dort wird auch eine Liste der förderungsfähigen Fahrzeuge geführt, welche im Laufe der kommenden Woche auf einen aktuellen Stand gebracht werden soll.

In Deutschland werden sich unter anderem Daimler, VW und BMW beteiligen und einen Teil der Prämie für ihre Kunden übernehmen. Nach Angaben des Branchenverbandes VDIK sind auch ausländische Autobauer dabei, wie Citroën, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo.

Zwar kann sich ein Elektroauto steuerlich lohnen, nach Angaben des ADAC wird jedoch ein Großteil der E-Autos, die aktuell auf dem Markt sind, auch bei 4000 Euro Prämie bei den Kosten pro Kilometer deutlich teurer bleiben als Benziner oder Diesel. (mit dpa)