Tidal

Medien: Apple ist an Streamingdienst von Jay Z interessiert

Apple will seine Musikplattform erneuern und erwägt wohl die Übernahme von Tidal. Ob Eigentümer Jay Z verkauft, ist nicht bekannt.

US-Rapper Jay Z konnte bereits 19 populäre Künstler für seinen Streamingdienst Tidal gewinnen, darunter Kanye West und Madonna.

US-Rapper Jay Z konnte bereits 19 populäre Künstler für seinen Streamingdienst Tidal gewinnen, darunter Kanye West und Madonna.

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Berlin.  Apple ist laut einem Medienbericht an einer Übernahme des Streamingdienstes Tidal des Rap-Musikers Jay Z interessiert. Der iPhone-Hersteller befinde sich derzeit in Gesprächen, den Dienst zu übernehmen, schreibt das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen. Demnach wolle Apple die starken Verbindungen Tidals mit populären Musikgrößen wie Kanye West und Madonna nutzen, um den eigenen Musik-Service noch attraktiver zu machen.

Ein Tidal-Sprecher dementierte allerdings der Zeitung gegenüber, dass es Gespräche zwischen Apple und „Managern von Tidal“ gegeben habe. Dieses Dementi schließt allerdings nicht aus, dass Tidal-Eigentümer oder Personen aus dem Umfeld von Jay Z mit Apple gesprochen haben. Der Rapper hatte im März letzten Jahres die Plattform für 56 Millionen Dollar von der schwedischen Firma Aspiro übernommen.

Tidal ist der einzige Dienst mit Musik von Prince

Der Dienst bietet insgesamt rund 40 Millionen Songs aller drei großen Musikkonzerne sowie Independent-Labels. Inzwischen konnte der Rapper auch 19 populäre Künstler an seinen Dienst binden. Tidal ist auch der einzige Dienst, der die Musik des im April gestorbenen Musikers Prince im Katalog hat. Ein monatliches Abo kostet 10 beziehungsweise 20 Dollar, je nach Audio-Qualität.

Im Herbst will Apple seine Musikplattform runderneuern. Aktuell ist Apple Music mit 15 Millionen zahlenden Abo-Kunden unter den Streaming-Angeboten die Nummer zwei hinter Spotify mit etwa 100 Millionen Nutzern, davon zahlt ein Drittel für ein Abo.

Spotify indes hatte sich vor kurzem gegen Apples Expansion auf den Markt der Online-Musik gewehrt. Im Mai schrieb der schwedische Musik-Streamingdienst einen wütenden Brief an Apple, berichtet der Branchendienst recode. Der Vorwurf: Apple missbrauche seine dominante Position mit dem App-Store auf iPhones und iPads, um die Konkurrenten auszustechen. (dpa/les)