Hamburg

Klage gegen frühere Lieferanten von Schlecker

Hamburg. Über vier Jahre nach der Schlecker-Pleite fordert der Insolvenzverwalter von ehemaligen Lieferanten der früheren Drogeriemarktkette Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe. Die ersten Klagen wegen illegaler Preisabsprachen seien beim Landgericht Stuttgart eingereicht worden, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Donnerstag. Einem Bericht von „Bilanz“ und „Welt“ zufolge fordert Verwalter Arndt Geiwitz von Tchibo und Melitta zusammen 99 Millionen Euro, von den Waschmittelherstellern Henkel, Procter & Gamble und Unilever 25 Millionen Euro. Die ehemaligen Schlecker-Lieferanten waren vom Bundeskartellamt und der EU-Kommission der Preisabsprache für schuldig befunden worden. Die Vorgänge fielen in die Zeit vor der Schlecker-Insolvenz im Jahr 2012.

Schlecker sei ein Schaden in Höhe von über 300 Millionen Euro entstanden, wurde Geiwitz zitiert. Im Juli will der Insolvenzverwalter weitere Klagen einreichen. Seine Klage richte sich gegen den Nivea-Hersteller Beiersdorf, Glaxo-Smith-Kline, den Schuhcreme-Produzenten Erdal, den Rasierklingenhersteller Gillette, die Kosmetikfirma L’Oréal, den Parfümhersteller Coty sowie erneut Procter & Gamble.