Brüssel

Europas Bauern dürfen Glyphosat weiter versprühen

Brüssel. Die EU-Kommission verlängert die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in Europa um bis zu 18 Monate. In dieser Zeit soll die europäische Chemikalienagentur Echa ihre Bewertung vorlegen, wie die Kommission am Mittwoch berichtete. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

Die EU-Staaten hatten sich wiederholt nicht mehrheitlich darauf einigen können, die Lizenz für Glyphosat zu erneuern oder zu verlängern. Bei der letzten Abstimmung am vergangenen Freitag hatte sich Deutschland enthalten, weil die große Koalition sich nicht einigen konnte. Hätte die EU-Kommission sich nun ebenfalls enthalten, wäre die Zulassung für Glyphosat Ende Juni, also an diesem Donnerstag, ausgelaufen.

Die Verlängerung stieß auf ein geteiltes Echo. „Die 8250 Tonnen Glyphosat, die in den kommenden 18 Monaten allein in Deutschland auf die Äcker gelangen, sind 8250 Bücklinge vor Monsanto und Co“, meldete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Monsanto ist der größte Hersteller von Glyphosatmitteln. Der Naturschutzbund Deutschland verlangte, die Bundesregierung müsse ein nationales Verbot von Glyphosat erlassen, wie es andere EU-Mitgliedstaaten vorgemacht hätten oder planten.