Frankfurt

Zahlungsabwickler Wirecard muss ohne Chinesen planen

Frankfurt. Der chinesische Onlinebezahldienst Alipay will nach eigenen Angaben nicht beim Zahlungsabwickler Wirecard einsteigen. „Ant Financial arbeitet mit mehreren Partnern zusammen, um chinesischen Touristen in Europa mobiles Bezahlen zu erleichtern“, sagte eine Sprecherin des Betreibers der Alipay-Plattform am Montag. „Medienberichte über ein Investment in Wirecard sind aber unwahr.“ Wirecard wickelt für Händler, Reiseanbieter und andere Unternehmen Zahlungen im Internet ab und profitiert besonders in Asien vom Trend zum Bezahlen mit Mobiltelefonen. Alipay gehört zum Imperium des Onlinedienstes Alibaba.

Das Dementi ließ Luft aus der Wirecard-Aktie, die zuvor gegen den Markttrend um bis zu sechs Prozent gestiegen war. Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, Alipay verhandle über eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent an Wirecard, später könnten es mehr werden.

Wirecard leidet derzeit unter den Attacken anonymer Spekulanten, die Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen das Unternehmen erhoben hatten. Vorstandschef Markus Braun hatte auf der Hauptversammlung von wachsendem Interesse von Investoren an seinem Unternehmen gesprochen: „Unser Geschäftsmodell hat sicher zu einer verstärkten Aufmerksamkeit von großen Strategen geführt.“ Wirecard sei offen für Gespräche, benötige allerdings für die Ausweitung seines Geschäfts keinen Ankerinvestor.