Brexit-Folgen

Britisches Pfund weiter schwach – Anleger flüchten ins Gold

Das britische Pfund fällt weiter, der Goldpreis zieht an – nach dem Brexit-Votum ist die Unruhe an den Finanzmärkten immer noch groß.

Nach dem Brexit kommt es zu Turbulenzen an den Finanzmärkten. Auch Touristen in Großbritannien sind davon betroffen.

Nach dem Brexit kommt es zu Turbulenzen an den Finanzmärkten. Auch Touristen in Großbritannien sind davon betroffen.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin.  Aus Unsicherheit über die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung in Folge des Brexit-Votums flüchten Anleger wieder in Gold. Der Preis für das Edelmetall kletterte am Montag um bis zu 1,5 Prozent auf 1335,30 US-Dollar je Feinunze. Gold gilt unter Investoren als sicherer Hafen.

Am Freitag hatte die Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union (EU) auszuscheiden, Schockwellen durch die Finanzmärkte geschickt. Aktienbörsen rund um den Globus rauschten in die Tiefe, der Preis für Gold sprang zeitweise um acht Prozent in die Höhe. Analysten erwarten einen weiteren Preisanstieg. „In den nächsten ein oder zwei Wochen könnte Gold auf bis zu 1400 Dollar klettern“, sagte Rohstoff-Spezialist Daniel Hynes von der Australia and New Zealand Banking Group (ANZ).

Britischer Finanzminister rechnet mit anhaltenden Turbulenzen

Das britische Pfund steht dagegen an den Finanzmärkten weiter unter Druck. Es notierte am Montagmorgen bei 1,34 Dollar – und damit nicht weit entfernt von seinem am Freitag erreichten 31-jährigen Tiefstand. Am Montagmorgen kostete der Euro 1,1030 US-Dollar und damit rund einen halben Cent weniger als am späten Freitagabend.

Wie bereits am Freitag stand auch am Montag der US-Dollar hoch in der Gunst der Anleger. Von den weltweit bedeutendsten Währungen konnte nur der japanische Yen zur Weltreservewährung Dollar zulegen. Ausschlaggebend dafür ist der Status des Yen als sicherer Anlagehafen.

Der britische Finanzminister George Osborne rechnet nach dem Brexit-Votum mit anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten. Sein Land könne die schwierige Herausforderung aber meistern, sagte Osborne am Montag. „Unsere Wirtschaft ist so stark wie nötig, um sich der Herausforderung zu stellen, die auf unser Land jetzt zukommt“, erklärte der Minister in seiner ersten Rede seit dem Brexit-Votum. Die Regierung habe Maßnahmen vorbereitet, um damit fertig zu werden. (dpa/rtr)