Berlin

Chinesen wollen bei Zahlungsabwickler Wirecard einsteigen

Berlin. Der Münchener Zahlungsabwickler Wirecard verhandelt offenbar mit dem chinesischen Online-Bezahldienst Alipay über eine Beteiligung. Bei den vertraulichen Gesprächen gehe es um einen Anteil von bis zu 25 Prozent an Wirecard, später könnten es noch mehr werden, berichtete die „Bild am Sonntag“, allerdings ohne Angaben von Quellen. Alipay, eine Tochterfirma des Internetgiganten Alibaba, und Wirecard arbeiten bereits bei einzelnen Projekten zusammen.

„Wir äußern uns nicht zu Gerüchten“, sagte eine Wirecard-Sprecherin. „Wir können jedoch bestätigen, dass wir strategische Gespräche mit verschiedenen Partnern führen.“ Bei einem Wirecard-Einstieg von Alipay würde die Einkaufstour von Chinesen in Deutschland weitergehen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Hausgerätehersteller Midea den Augsburger Roboterbauer Kuka übernehmen will.

Wirecard-Chef Markus Braun hatte vor wenigen Tagen auf der Hauptversammlung ein wachsendes Interesse von Investoren an seinem Unternehmen bestätigt: „Unser Geschäftsmodell hat sicher zu einer verstärkten Aufmerksamkeit von großen Strategen geführt.“ Wirecard sei offen für Gespräche, benötige allerdings für die Ausweitung seines Geschäfts keinen Ankerinvestor. Das Unternehmen wickelt weltweit für Händler, Reiseanbieter und andere Unternehmen Zahlungsvorgänge im Internet ab und profitiert dabei besonders in Asien vom Trend zum Bezahlen mit Mobiltelefonen.

An der Börse stand Wirecard in den vergangenen Wochen häufig im Fokus der Anleger. So hatten Anfang Juni Spekulationen über ein angebliches Übernahmeinteresse aus China die im Technologieindex TecDax notierten Wirecard-Aktien angeschoben. Im Februar war der Kurs dagegen abgestürzt, nachdem im Internet anonyme Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen das Unternehmen erhoben worden waren.