Frankfurt/Main

Roboterbauer Kuka handelt langfristige Garantien aus

Frankfurt/Main. Im Übernahmepoker erhält der Augsburger Roboterbauer Kuka offenbar langfristige Garantien vom chinesischen Investor Midea. „Es gab einen Durchbruch in den Verhandlungen“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Sonntag. Die mit Midea ausgehandelte Investorenvereinbarung habe eine Laufzeit bis Ende 2023. Sie sieht eine Beschäftigungs- und Standortgarantie vor. Damit hätte Kuka-Chef Till Reuter in den Verhandlungen mit Midea deutlich längere Garantien für Standorte und Belegschaft erzielt als die sonst üblichen drei bis fünf Jahre. Mit der Vereinbarung soll Kukas Unabhängigkeit unter dem neuen Eigentümer aus China gewahrt bleiben.

Kuka ist führend bei der zukunftsträchtigen Robotertechnik. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea, der bereits 13,5 Prozent an den Augsburgern hält, will das Unternehmen für bis zu 4,5 Milliarden Euro kaufen. Das Angebot läuft noch bis Mitte Juli.

In der Bundesregierung wird befürchtet, dass Wissen über die zukunftsträchtige Automatisierungstechnologie nach China gehen könnte. Aus der Koalition hieß es, die Chinesen seien damit einverstanden, nach dem Übernahmeangebot nur 49 Prozent an Kuka zu behalten. Unklar ist aber, wo die überzähligen Anteile dann geparkt werden könnten, ohne den Aktienkurs abstürzen zu lassen. Rechtlich kann ein öffentliches Kaufangebot nicht nach oben begrenzt werden. Größter Einzelaktionär ist derzeit der Maschinen- und Anlagenbauer Voith mit 25,1 Prozent.