Industrieverband

Ex-Bitkom-Chef Dieter Kempf soll neuer BDI-Präsident werden

Wechsel an der Spitze des Industrieverbands: BDI-Präsident Ulrich Grillo schlägt IT-Manager Dieter Kempf als seinen Nachfolger vor.

Dieter Kempf (r.) soll zum kommenden Jahr Ulrich Grillo (l.) als Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ablösen.

Dieter Kempf (r.) soll zum kommenden Jahr Ulrich Grillo (l.) als Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ablösen.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Der ehemalige Präsident des Telekom-Branchenverbands Bitkom, Dieter Kempf, soll neuer Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) werden. Der amtierende BDI-Chef Ulrich Grillo schlug am Montag den Spitzen seines Verbandes Kempf als seinen Nachfolger für die Amtsperiode 2017/2018 vor.

„Dieser Vorschlag wurde von den Vizepräsidenten einstimmig begrüßt“, sagte Grillo. Beschlossen werden soll die Nachfolge dann bei der Mitgliederversammlung des Industrieverbandes im November.

Mit der Berufung des IT-Experten reagiert der BDI auch auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion unter dem Stichwort „Industrie 4.0“. Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck, weil US-Internet-Konzerne wie Google, Apple & Co. versuchen, sich auch in etablierten Branchen breitzumachen. „Dieter Kempf ist der richtige Mann am richtigen Ort, um die Chancen für Produkte ,made in Germany’ in der zunehmenden Digitalisierung zu vergrößern“, sagte Grillo.

Kempf will Digitalisierung zum Erfolg führen

Kempf ist 63 Jahre alt und führte von 2011 bis 2015 den BDI-Mitgliedsverband Bitkom. Bis März 2016 stand er dem Vorstand des Softwareunternehmens DATEV in Nürnberg vor, eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von rund 880 Millionen Euro. Der IT-Manager gilt als besonnener Stratege.

Grillo verschaffte sich in der Politik auch mit teils harscher Kritik an der Regierung Respekt. Wenn es um die Digitalisierung, die Energiewende oder andere Standortfragen geht, hat das Wort eines BDI-Chefs auch im Kanzleramt Gewicht. Der BDI ist das Sprachrohr von mehr als 100.000 Industrie-Unternehmen mit mehr als acht Millionen Beschäftigten. „Nach vier Jahren an der Spitze der deutschen Industrie werde ich – wie es die Satzung als Regel vorsieht – nicht erneut für das Amt des Präsidenten kandidieren“, kündigte Grillo an. Er führt den Industrieverband seit 2012 für zwei Amtszeiten.

Kempf sagte, Grillos Angebot, die Führung des wichtigsten Wirtschaftsverbandes des Landes zu übernehmen, habe er nicht ausschlagen können: „Ich will, dass wir in Deutschland die Digitalisierung zu einem großen Erfolg führen.“ (rtr/dpa)