Berlin

Das KBA prüft künftig die Abgase mit eigener Technik

Berlin.  Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rüstet sich mit eigener Mess- und Prüftechnik für künftige Kontrollen im Abgas-Skandal. Zunächst 330.000 Euro fließen in zwei mobile Anlagen, mit denen Autos direkt auf der Straße untersucht werden können. Die Geräte sollen noch in diesem Herbst einsetzbar sein. Das KBA will so möglichen weiteren Fälschungen von Abgaswerten wie bei Volkswagen auf die Schliche kommen.

Bei der vom KBA angeschafften Technik handelt es sich um das „Pems“-System (Portable Emission Measurement System). Bekommen soll die Flensburger Behörde außerdem ein eigenes Labor mit Prüfständen. Wann es in Betrieb geht, ist noch offen. Das Ministerium veranschlagt die jährlichen Gesamtkosten der eigenen Prüftechnik einschließlich Personalkosten auf zehn Millionen Euro. Bisher nutzt das Amt für Nachmessungen Einrichtungen von Dienstleistern wie Tüv und Dekra. Dies soll 2017 auch noch intensiviert werden.

Im Fall Fiat Chrysler, wo bei Nachtests der Verdacht auf eine illegale Abschalteinrichtung entstand, steht weiter die von Berlin angeforderte Erläuterung der italienischen Behörden aus. „Die Stellungnahme der italienischen Typgenehmigungsbehörde liegt noch nicht vor“, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Fiat wollte sich nicht äußern. Das Unternehmen hatte die Bundesregierung Mitte Mai brüskiert, indem es einen von Dobrindt angesetzten Besprechungstermin platzen ließ. Anwälte erklärten, allein italienische Behörden seien für die Frage zuständig.