Wolfsburg –

Lindner kritisiert Boni-Zahlungen an VW-Manager

Wolfsburg.  Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) Versäumnisse im Zuge des Abgas-Skandals bei Volkswagen vorgeworfen. Als Mitglied des VW-Aufsichtsrates hätte Weil dafür sorgen müssen, dass Manager auf Boni verzichten, sagte Lindner dieser Zeitung.

Es sei „eine Form von Betrug, wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, was bei den Abgasmessungen angegeben wird“, erklärte der FDP-Chef. Mit Blick auf die Konzernbeteiligung des SPD-geführten Niedersachsens, das rund 20 Prozent an VW hält, kritisierte Lindner: „Unter deren Augen passiert dieser Skandal und es erhalten Manager dann auch noch Millionenboni. Da frage ich mich, welches Verständnis von Leistungsgerechtigkeit eigentlich die SPD und vor allem Herr Weil haben.“ Fraglich sei heute, „inwieweit das Vertrauen in die aktuelle VW-Führung noch gerechtfertigt ist“, so Lindner. Hinsichtlich möglicher Abgas-Tricks anderer Autobauer und dem Vorgehen der US-Behörden gegen Volkswagen fordert Lindner: „Es muss gleiches Recht angewandt werden.“ Insofern sei er gespannt darauf, „welche Konsequenzen man nun bei den anderen Herstellern zieht“.