Zahlungsverkehr

Nach IT-Panne fehlt Geld – Kunden wütend auf Deutsche Bank

Die Deutsche Bank war von einer Softwarepanne betroffen. Das Geldhaus erklärt sie für behoben. Kunden klagen trotzdem über Probleme.

Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Besonders das Social-Media-Team des Geldhauses hat dort gerade jede Menge zu tun.

Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Besonders das Social-Media-Team des Geldhauses hat dort gerade jede Menge zu tun.

Foto: KAI PFAFFENBACH / REUTERS

Berlin/Frankfurt.  Das Onlinebanking bei der Deutschen Bank scheint wieder zu funktionieren. Doch jetzt werden neue Vorwürfe gegen das Geldhaus laut. In sozialen Netzwerken beklagen Nutzer, auf ihren Konten fehle Geld.

Am Freitag hatte die Bank ihre Onlinebanking-Kunden geschockt: Per Computer oder Smartphone überwiesene Mieten gingen zweimal raus; Stromkosten und Versicherungen wurden doppelt abgebucht, Einzahlungen zweifach gutgeschrieben. Einige Kontostände rutschten ins Minus, andere sprengten die Kreditgrenze. Im Netz brach ein Sturm der Entrüstung los. Und weil die Bank ihre Technik nicht in den Griff bekam, blieben die meisten der mehr als 700 deutschen Filialen am Freitag bis 20 Uhr geöffnet.

Deutsche Bank sieht nur „Darstellungsproblem“

„Keine dieser doppelt dargestellten Zahlungen ist tatsächlich erfolgt“, versicherte die Bank und sprach von einem „Darstellungsproblem“. Ursache sei ein Softwarefehler. Doch Buchungen seien nicht erfolgt, es habe nur den Anschein gehabt. Am Samstag hieß es, die Salden im Onlinebanking und auf Kontoauszügen würden wieder korrekt angezeigt. „Die nicht ausgeführten Doppelbuchungen“ seien noch sichtbar, ebenso tauchten nun „die zugehörigen Stornobuchungen“ auf. Genau diese Stornierungen nehmen Kunden als Indiz dafür, dass es wohl nicht nur ein „Darstellungsproblem“ gab. Die Bank habe auch ein „Wahrheitsproblem“, mutmaßten Betroffene.

„Das Geld war doch gebucht“, schrieb eine Frau auf Twitter, „Fehler können passieren, doch dann sollte man Kunden die Wahrheit sagen“. Eine Betroffene stellte fest: „Bei mir fehlen noch 400 Euro auf dem Konto.“ Im Hin und Her der Kontobewegungen sei „das Geld für meine Reise nicht verbucht“ worden, beschwerte sich eine Frau auf Facebook. Die Reise sei nun storniert worden, die Kosten trage sie. In einem weiteren Fall droht einem Vermieter der Verlust einer Monatsmiete: Eine der doppelt auf seinem Auszug erschienenen Mieten hatte er zurücküberwiesen, jetzt sei die andere Miete auch weg; der Mieter sage, er habe bezahlt. Der Deutsche-Bank-Service entschuldigte sich via Twitter. Der Kunde möge das mit dem Mieter regeln.

Inmitten hitziger Debatten sah sich das Social-Media-Team der Bank genötigt, an die Netiquette zu erinnern. Und auch Gerüchte über den möglichen Hintergrund der Panne wies das Geldhaus zurück: „Die Bank wurde nicht gehackt.“