Frankfurt/Main –

Pharmabranche steuert auf Übernahmewelle zu

Frankfurt/Main.  Nach einer eher schlechten Woche macht Bayer an der Börse wieder Boden gut. Der Kurs steigt. Selbst Gerüchte, die Leverkusener könnten das Angebot für den US-Agrarchemiekonzern Monsanto von rund 55 auf fast 59 Milliarden Euro aufstocken, vermiesten die Stimmung nicht. Zugleich wurde spekuliert, dass Bayer nicht nur in der Agrarchemie, sondern auch im Pharmageschäft weiter zukaufen werde, sobald der Monsanto-Kauf in trockenen Tüchern sei. „Ich bin gespannt auf Bayers nächste Schritte, wenn Monsanto fliegt“, hieß es am Markt. Bayer-Chef Werner Baumann hatte in einer Telefonkonferenz schon explizit darauf hingewiesen, dass der Konzern auch nach der Übernahme von Monsanto finanziell flexibel genug sei.

Nachvollziehbar wäre eine weitere Übernahme. Denn die deutschen Pharmaunternehmen gehören zu den Kleinen unter den Großen der Welt. Bayer etwa erreicht mit einem Pharmaumsatz von gut 13,7 Milliarden Euro nur ein Drittel des Umsatzes von US-Weltmarktführer Pfizer. Boehringer Ingelheim steht auf Rang 17 der 21 weltweit größten Pharmakonzerne. Merck markiert das Schlusslicht.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY jedenfalls sieht in einer Studie weitere Übernahmen kommen, weil die Nachfrage nach hochwertigen Präparaten schneller steigt als die Umsätze der großen Anbieter. Der Markt für Unternehmensübernahmen in der Branche hat sich schon 2015 auf gut 200 Milliarden Dollar verdoppelt. Tendenz vermutlich steigend.