Autoindustrie

Abgaswerte bei Fiat: Nun sollen Italiens Behörden ermitteln

Das Verkehrsministerium fordert Italien auf, zu Abgaswerten bei Fiat zu ermitteln. Zuletzt war der Konzern wenig kooperationsbereit.

Die Abgaswerte bei Fiat sind deutlich erhöht. Besonders problematisch ist die eingebaute Abschaltung der Abgasreinigung.

Die Abgaswerte bei Fiat sind deutlich erhöht. Besonders problematisch ist die eingebaute Abschaltung der Abgasreinigung.

Foto: ALESSANDRO BIANCHI / REUTERS

Berlin.  Wegen auffälliger Abgaswerte bei Modellen von Fiat schaltet das Bundesverkehrsministerium jetzt die italienischen Behörden für weitere Konsequenzen ein. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe Messergebnisse zu Fiat-Fahrzeugen den zuständigen italienischen Typzulassungsbehörden und der EU-Kommission übermittelt, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. Die italienischen Behörden seien aufgefordert, die Ergebnisse zu bewerten und Maßnahmen zu ergreifen.

Konkret geht es um den Ende April bekannt gewordenen Verdacht, dass die Abgasreinigung bei einigen Fiat-Modellen nach einer bestimmten Zeit automatisch heruntergeregelt wird. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ bestätigte sich in mehreren Prüfungen des KBA, dass dies jeweils nach 22 Minuten geschehe – Abgastests dauern im Schnitt 20 Minuten. Damit sei „ein hinreichender Nachweis einer unzulässigen Abschalteinrichtung“ erbracht, heiße es in einem Bericht des KBA.

Fiat sagt Termin mit Verkehrsminister Dobrindt ab

Einen Termin mit der von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzten Untersuchungskommission zum Abgas-Skandal hatte Fiat am vergangenen Donnerstag kurzfristig platzen lassen. Dobrindt zufolge begründete das Unternehmen die Terminabsage damit, dass nur die italienischen Behörden in der Angelegenheit zuständig seien. Der Minister warf dem Unternehmen daraufhin ein „völlig unverständliches“ und unkooperatives Verhalten vor. (dpa/rtr)