Börsenkurs

Apple-Chef Tim Cook stemmt sich gegen schlechte Stimmung

Apple-Chef Tim Cook wird nervös: Weil der Aktienkurs stetig sinkt, ging Cook jetzt in die Offensive. Ob es hilft, ist aber fraglich.

Apple-Boss Tim Cook – hier mit Laurene Powell, der Witwe von Apple-Mitgründer Steve Jobs – glaubt, dass die Stimmung schlechter ist als die Lage. Er sieht seinen Konzern auf einem guten Kurs, auch wenn die Börsianer zuletzt anders reagierten.

Apple-Boss Tim Cook – hier mit Laurene Powell, der Witwe von Apple-Mitgründer Steve Jobs – glaubt, dass die Stimmung schlechter ist als die Lage. Er sieht seinen Konzern auf einem guten Kurs, auch wenn die Börsianer zuletzt anders reagierten.

Foto: LUCAS JACKSON / REUTERS

New York.  Nach der längsten Talfahrt der Apple-Aktie seit 1998 versucht Konzernchef Tim Cook, mit einem Fernsehinterview die Stimmung zu drehen. „Ich denke, es ist eine riesige Überreaktion“, sagte Cook am späten Montag in der Sendung „Mad Money“ des US-Bösenkommentators Jim Cramer.

Die Apple-Aktie war zuvor an acht Handelstagen in Folge gesunken – das hatte es seit rund 18 Jahren nicht gegeben. Ob es etwas mit Cooks Auftritt zu tun hatte oder nicht: im frühen US-Handel am Dienstag gab es bei Apple ein Plus von zeitweise 0,6 Prozent.

Schlechte Zahlen und Probleme in China

In den vergangenen Tagen hatten Quartalszahlen mit dem ersten Umsatzrückgang seit 2003 sowie der Ausstieg des Milliardärs Carl Icahn unter Hinweis auf Risiken in China die Apple-Aktie unter Druck gesetzt. Mit der Talfahrt verlor das Unternehmen fast 74 Milliarden Dollar (64 Milliarden Euro) an Börsenwert.

Cook räumte ein, dass Kunden langsamer auf neue iPhone-Modelle umstiegen als beim Start der deutlich größeren Geräte vor einem Jahr. Insgesamt zeigte er sich aber trotzig: Rund zehn Milliarden Dollar Quartalsgewinn sei „mehr als jedes anderes Unternehmen macht“.

Cook widersprach der Vermutung, dass Apples Fokus auf Hochpreis-Modelle mit der Sättigung der westlichen Smartphone-Märkte und dem Wachstum aus Schwellen- und Entwicklungsmärkten zum Problem werde. Das sei auch von China behauptet worden – wo der Konzern inzwischen ein Viertel seines Geschäfts macht.

„Der Markt muss nicht wachsen, damit Apple wächst“

In jedem Land gebe es eine Schicht, die Apple ansprechen könne. In China werde die Mittelschicht in fünf Jahren auf 500 Millionen Menschen anwachsen. Außerdem seien dort zuletzt 40 Prozent der iPhones als Ersatz für Smartphones mit dem Google-System Android gekauft worden. Cook: „Der Markt muss nicht gewaltig wachsen, damit Apple wächst.“

Er sehe große Chancen in Indien, betonte Cook. Dort beginne erst der Aufbau der LTE-Netze für schnelle Datenverbindungen und auch die Schicht junger Menschen, die Geld für ein iPhone hätten, wachse. In Indien sind derzeit noch vor allem günstige Computer-Telefone gefragt.

Cook glaubt an Erfolg der Apple-Watch

Cook verteidigte in dem Interview auch die Computer-Uhr Apple Watch, der Beobachter oft unterstellen, nicht so erfolgreich wie das iPhone zu sein. „In einigen Jahren werden die Leute sagen: Wie konnte ich nicht wollen, diese Uhr zu tragen“, prophezeite Cook. Apple sei bei der Uhr im „Lernmodus“. Der Konzern wurde laut Analysten auf Anhieb zum Marktführer im Smartwatch-Geschäft - aber die Aussichten für die Produktkategorie werden oft angezweifelt.

Insgesamt versprach Cook abermals spannende Innovationen für die Zukunft: „Wir werden Ihnen Dinge geben, ohne die Sie nicht leben können, von denen Sie heute noch nicht wissen, dass Sie sie brauchen.“ (dpa)