London/Frankfurt –

Neuer Ärger für Deutsche Bank in Großbritannien

London/Frankfurt.  Der Deutschen Bank droht neuer Ärger – diesmal mit der britischen Finanzaufsicht FCA. Die Tochter der Deutschen Bank in Großbritannien weise „systematische Mängel“ auf, berichtet die „Financial Times“. Das Geldhaus räumte Schwierigkeiten bei ihren Vorkehrungen gegen Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Sanktionen ein. „Wir kooperieren mit unseren Regulatoren, um unser Programm zur Abwehr von Finanzkriminalität grundlegend zu korrigieren“, teilte das Institut mit.

„Wir sind uns der Bedeutung dieses Themas bewusst und bemühen uns intensiv und mit Engagement um eine Lösung“, erklärte die Bank. Nach Angaben der Zeitung hat die FCA im vergangenen Jahr 14 Großbanken auf ihre Vorkehrungen gegen Finanzkriminalität überprüft und bei der Deutschen Bank zahlreiche Missstände entdeckt. Diese hätten von fehlenden Unterlagen über eine lückenhafte Überwachung von Transaktionen bis hin zu unangemessenem Druck auf die Mitarbeiter gereicht, mit Kunden ins Geschäft zu kommen.

Die Bank, die wegen diverser Verfehlungen in der Kritik steht, hat damit eine weitere Baustelle. Ermittlungen laufen etwa wegen des Verdachts der Geldwäsche und möglicher Verstöße gegen politische Sanktionen. Das Gesamtvolumen verdächtiger Geschäfte soll inzwischen bei zehn Milliarden Dollar liegen. Erst in der vergangenen Woche hatte der umstrittene Chefaufklärer im Aufsichtsrat, Wirtschaftsanwalt Georg Thoma, aufgegeben. Thoma sollte die Skandale der Bank aufarbeiten und den Kulturwandel in dem Geldhaus vorantreiben.