Bonn –

Netzagentur geht gegen getarnte Kleinkameras vor

Bonn. Die zunehmende Verbreitung von getarnten Minikameras etwa in Rauchmeldern, Weckern oder Kugelschreibern ruft die Aufsichtsbehörden auf den Plan. Allein in den vergangenen Wochen ist die Bundesnetzagentur in mehr als 70 Fällen gegen solche illegalen Angebote vorgegangen.

Verkäufer oder Käufer müssten die winzigen Spionagekameras dann vernichten lassen und darüber einen Nachweis führen. Zum Schutz der Privatsphäre verbietet das Telekommunikationsgesetz Kameras, die in Alltagsgegen-ständen versteckt sind und unbemerkt filmen können. „Diese Kameras ermöglichen eine unbemerkte Fernüberwachung und gefährden dadurch ein unbeschwertes Privatleben. Wir gehen daher entschlossen gegen alle Beteiligten wie Hersteller, Verkäufer und Käufer dieser Kameras vor“, sagte Netzagenturchef Jochen Homann.

Die Technik der Minikameras habe sich stark weiterentwickelt, zugleich sei der Preis gefallen. Es bestehe die Gefahr, dass das heimliche Einsetzen dieser Kameras zu einem Massenphänomen werden könnte, sagte ein Behördensprecher.

Im Internet finden sich zahlreiche Angebote mit Geräten für verdeckte Beobachtungen – stationär in Wohnungen, etwa in Lampen oder Wanduhren, oder für mobiles Ausspähen zum
Beispiel in Kugelschreibern oder Schlüsselanhängern – meist für nur zweistellige Eurobeträge. „Auch Pop-Art-Blumen oder Powerbanks (Zusatzakkus) dienen als Verkleidung. Der Fantasie sind hierbei offenbar keine Grenzen gesetzt“, sagte Homann.